Emden - Eine kleine mobile Terrasse vor dem Goldenen Adler gehört zum Versuch der Stadt Emden, die Innenstadt attraktiver zu machen. Doch die Terrasse ist eine auf Zeit, wenigstens aus Sicht der Stadt. Rainer Ahlers und seine Frau Elke – sie führen gemeinsam das Hotel-Restaurant Goldener Adler an der Neutorstraße – wollen daraus jedoch eine Dauereinrichtung für ihr Restaurant machen, wenigstens im Sommer. „Ich bin bereit, zu investieren. Eine solche Terrasse auf der Sonnenseite kommt bestimmt gut an“, sagte der Gastronom.
Will investieren: Gastronom Rainer Ahlers. Bild: uli
Auch wenn zu bestimmten Zeiten der Autoverkehr ziemlich nah an der Terrasse vorbeifährt, wäre das nach Ahlers’ Ansicht kein Hindernis für die meisten Gäste, sich dort einen Platz zu suchen. „Der Blick auf den Delft, die Schiffe und das lebendige Stadtleben, das mögen viele“, sagte er. Und seine Frau ergänzte: „Es gibt zahlreiche Gäste, die wollen auch gerne gesehen werden.“
Weniger eng
Erste Versuche hatten die Ahlers schon einmal vor ein paar Jahren gestartet. Da stellten sie Tische und Stühle direkt auf dem Bürgersteig auf. Das sei aber etwas eng gewesen, trotzdem hätten es die Gäste gut angenommen. Rainer Ahlers: „Es ist bestimmt sehr schön, wenn man hier abends im Sonnenlicht sitzt, dann ist ja auch merklich weniger Autoverkehr da, und man genießt den Abend.“ Für alle Gäste, die es lieber etwas intimer haben möchten, bietet der Adler die Terrasse hinter dem Haus in der Brückstraße an.
Für Ahlers und seine Frau ist es bereits „abgemachte Sache“, die neue Terrasse vor das Haus zu setzen, wenn die Stadt mitspielt. Die mobile Variante der Stadtmöbel – es sind sogenannte Parklets aus Norwegen, die einer Größe eines Parkplatzes entsprechen (wir berichteten) – sei eigentlich genau das, was sich das Hotelier-Paar vorstellt. Die Plattform kann durch Pflanzenkübel verschönert werden und ist, da mobil, an verschiedenen Stellen einsetzbar. Rainer Ahlers: „Schauen wir ’mal, was sich anbietet.“ Durch die Verengung der Neutorstraße in diesem Abschnitt sei es jetzt „geradezu angesagt“, den Platz auszunutzen. Wie der Verkehr in der Innenstadt final geregelt wird, darüber soll der Rat, wie berichtet, entscheiden.
Pläne für das Landesmuseum
Will mehr Transparenz für das Museum: OB Kruithoff. Bild: uli
Von der Idee der Ahlers scheint auch Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff angetan zu sein: „Das ist ein toller Platz hier. Dadurch öffnet sich die ganze Ecke hier am Alten Rathaus mehr auch zum Landesmuseum hin“, sagte er, als er am vergangenen Mittwochnachmittag auf der Terrasse einen Kaffee trank.
Er sagte im Gespräch mit dieser Zeitung auch, dass das Landesmuseum seine Front „offener“ gestalten wird. „An der Eingangssituation und der Architektur können wir ja nichts ändern, aber wir können die Fensterscheiben zur Neutorstraße hin öffnen, damit man von außen sieht, dass dahinter ein Museum ist“, erklärte der OB. So sollen die Plissees im Rummel offen bleiben und dort, wo sich jetzt im Erdgeschoss der Kartenraum befindet, würden die Fensterscheiben frei bleiben. Kruithoff: „Dort können dann beispielsweise museumspädagogische Angebote gemacht werden und Eltern ihre Kinder am Sonnabend zur Betreuung hinbringen.“
