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Obw-Geschäftsführer geht in den Ruhestand Abschied ohne persönliche Präsente

Zwei, die sich gut verstehen: Prof. Burghardt Zirpins (links) und Jörn Malanowski.

Zwei, die sich gut verstehen: Prof. Burghardt Zirpins (links) und Jörn Malanowski.

Ute Lipperheide

Emden - Geschenke zum Abschied? Prof. Burghardt Zirpins (64) hat sich da etwas anderes einfallen lassen. Wenn er an diesem Freitag verabschiedet wird, dann hofft er, dass zahlreiche Spenden für Sommerfahrten der Ostfriesischen Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (obw) zusammenkommen. „Diese Fahrten bedeuten unseren Leuten sehr viel und sind immer ein Höhepunkt“, sagt Zirpins in einem Gespräch mit unserer Redaktion. „Bislang sind schon 11 000 Euro eingegangen und es wird noch etwas mehr“, ergänzt Jörn Malanowski (53). Der frühere Prokurist und Geschäftsbereichsleiter für Bildung und Assistenzen tritt die Nachfolge von Zirpins an und ist bereits seit dem 1. April ebenfalls Geschäftsführer.

Spende für Segeltour

Mit diesem Geld können gleich mehrere Urlaube für Menschen mit Beeinträchtigungen durchgeführt werden. Geplant ist unter anderem eine Segeltour mit einem Plattbodenschiff auf dem Ijsselmeer. „Ich werde unbedingt versuchen, die Crew einmal zu besuchen“, sagt Zirpins.

Nach 25 Jahren verlässt er die obw. Er tritt seinen Ruhestand offiziell zum 1. Juli an. Doch bis dahin wartet auf ihn nicht nur die Abschiedsfeier, sondern noch jede Menge Aufräumen und Aussortieren. Die Schränke in seinem Büro sind noch weitgehend voll.

Jetzt gerade hat er eine Tour durch die vielen Einrichtungen der obw hinter sich. „Das war sehr, sehr wichtig und zum Teil auch rührend für mich.“ Die Menschen, die in den Einrichtungen sind, seien immer „der Motor für alle Aktivitäten“ gewesen. Zu sehen, wenn Fortschritte gemacht und Vorurteile abgebaut werden und ein Miteinander stattfindet, das sei für ihn der Antrieb. „Ich habe immer sehr viel Vertrauen in die Menschen, manchmal bin ich auch enttäuscht worden. Doch meine Bilanz ist: Es ist richtig und wichtig, Vertrauen zu haben. Das habe ich nicht bereut“, sagt der scheidende Geschäftsführer.

Der Mensch und seine Bedürfnisse sowie eine umfassende Inklusion, das ist auch das Ziel, das sein Nachfolger – Malanowski ist ebenfalls schon ein Vierteljahrhundert bei der obw – vor Augen hat. „Wir verstehen uns sehr gut, und Jörn Malanowski ist mein Wunschkandidat für meine Nachfolge gewesen“, sagt Zirpins. Er könne deshalb auch loslassen. „Ich weiß ja, dass es im Sinne der Menschen, die hier leben und arbeiten, weitergehen wird.“

Alle zusammen

Malanowski wird demnächst Zirpins’ Büro im ersten Stock in der Herderstraße beziehen. Ändern will er an den Möbeln nichts. „Für uns war und ist es wichtig, dass die Verwaltung eng bei den Einrichtungen ist. Wir sind hier alle zusammen“, sagt Malanowski. Nicht nur das gemeinsame Gebäude in der Herderstraße im Stadtteil Harsweg, in dem sich einige der Einrichtungen befinden, sondern auch in der dortigen gemeinsamen Kantine sei die Nähe – auch ohne offiziellen Anlass – zu den Einrichtungsnutzern immer vorhanden.

Beide schauen mit Spannung auf die Verabschiedung, aber vor allem auch auf das interne Sommerfest, das zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen ist.

Ute Lipperheide
Ute Lipperheide Emder Zeitung
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