Emden - Es war ein Schock für Verein und Tierfreunde am Pfingstwochenende: Ein unbekannter Täter war auf das Gelände der Geflügelzüchter in der Schwabenstraße eingebrochen und hatte neun Tauben getötet und 34 weiteren die Flügelknochen gebrochen. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf – doch die blieben erfolglos. „Es konnte kein Täter ermittelt werden“, teilte nun Daja Rogga, Pressesprecherin der Auricher Staatsanwaltschaft, mit. Erst seit wenigen Tagen ist die Fallakte dort, wo sie eigentlich hingehört. Zuvor sei sie versehentlich durch verschiedene Dezernate gewandert. Doch auch, wenn sie inzwischen an der richtigen Stelle aufgetaucht ist, gibt es für Tierfreunde und den geschädigten Züchter aus Emden keine guten Nachrichten. „Es gibt hinsichtlich der Motivlage überhaupt keine Anhaltspunkte“, teilte Rogga auf Nachfrage mit. Das Verfahren wird daher in den kommenden Tagen eingestellt.
Trotzdem gute Nachrichten
Und dennoch gibt es gute Nachrichten in dem Fall: Auch die letzte der misshandelten Tauben wird wieder fliegen können. Das teilten die Ostfriesen gegen Tierleid unserer Redaktion mit. „Die Taube die nachbandagiert wurde, muss noch etwas Muskelkraft antrainieren, wird aber dann auch wieder fliegen können“, so Jutta van Vorst. Die Tierschützer hatten sich nach Bekanntwerden des Falls um die verletzten 34 Tauben gekümmert und dafür gesorgt, dass sie von einem Tierarzt behandelt wurden. Letzterer hatte einen „echten Tierschutzpreis“ gemacht, sodass für die Gruppe letztlich weit weniger Kosten anfielen, als die zunächst befürchteten rund 1300 Euro. Von den 34 Tauben überlebten den Angriff allerdings nur 32. Sie sind mittlerweile nicht mehr in Emden zu Hause, sondern in Oldenburg bei der Stadttaubenhilfe, im Bremer Taubenhaus und die letzten fünf Tiere sind nun auf dem Hagel Hof in Löningen untergekommen. Zuvor waren sie vom Emder Tierheim versorgt worden. Vor rund eineinhalb Wochen ging es für sie schließlich ins neue Zuhause, wo auch das letzte Tier hoffentlich bald wieder fliegen kann.
