Emden - „Was ist das für ein Vogel? Zwei davon sind nach der ersten Brut ständig in Wolthusen bei uns im Garten.“ Mit diesen Zeilen und dazugehörigen Schnappschüssen hat sich unser Leser Walter Burkholz an uns gewandt. Wir haben beim Regionalverband Ostfriesland des Naturschutzbundes (Nabu) nachgefragt. Dessen Vorsitzende Elke Dirks weiß die Antwort: „Die Fotos zeigen einen Jungstar im wachsenden Federkleid.“ Mit anderen Worten: Da ist wohl noch jemand in der Mauser. Denn von dem metallisch glänzenden Federkleid, das die erwachsenen Vögel auszeichnet und das je nach Geschlecht mehr oder weniger gefleckt ist, sieht man erst ein paar Ansätze.

Auch wenn Stare gern in ganzen Scharen unterwegs sind (sowohl beim Flug ins Winterquartier als auch im Sommer, wovon manch Kirschbaum-Besitzer ein Liedchen singen kann), ist es offenbar nicht ganz ungewöhnlich, dass sich Stare auch vereinzelt auf Zeit in Gärten ansiedeln. „Stare suchen gerne Futterstellen der Gartenvögel auf, da dort ausreichend Fettfutter für die Jungenaufzucht auffindbar ist“, erläuterte Dirks.  „Brutzeit ist von April bis Juli, ein- bis zweimal mit vier bis sieben Eiern.“

Der Speiseplan bestehe aber nicht nur aus Sämereien, Obst und Beeren (Früchte von Weinreben mag der Star ebenfalls), sondern auch aus Würmern und Schnecken. Stare seien also durchaus nützliche Helfer im Garten, ihre Art aber durch Lebensraumverlust in der freien Natur gefährdet. Wer ein Herz für diese Vögel habe, könne mit einem Starenkasten (Einflugloch: 5,5 Zentimeter) und einem naturnahen Garten Unterstützung bieten. Vielleicht revanchieren sich die Stare dafür ja mit ein bisschen Entertainment. Laut Dirks verfügen diese nämlich über ein beeindruckendes Stimmrepertoire und können sogar Geräusche nachahmen.

Gaby Wolf
Gaby Wolf Emder Zeitung