Emden - Im Frühjahr macht Emden mit alle Mann sauber. Das ist an einem Wochenende erledigt und nennt sich „Aktion saubere Stadt“. Den langen Rest des Jahres über stehen die Mitarbeiter der Stadt alleine vor dem Dreck, der weg muss. Mit dem „Saubere Stadt“-Nachfolger „#emdenmacht – die große Freiwilligenaktion“ könnte sich das ändern. Im Frühjahr soll die neue, im vergangenen Jahr mit einer Blumenpflanzkampagne vorgestellte Aktion richtig Fahrt aufnehmen.
Eine Aktionswoche soll das Konzept, in dem Begriffe wie bürgerschaftliches Engagement und eigenverantwortliches Handeln eine tragende Rolle spielen, so richtig zum Leben erwecken. Am 18. März geht es los, am 25. März endet die Aktionswoche mit einer Abschlussfeier im Stadtgarten. Und mit einer Reihe von konkreten Projekten, wie der Fachdienst Gemeinwesen der Stadt Emden hofft. Denn noch steht keineswegs fest, wie die Ziele von #emdenmacht konkret erreicht werden sollen.
Längere Lebensdauer
Das ist nicht nur kein Problem, sondern sogar Teil des Planes: Die Initiatoren gehen davon aus, dass Vorhaben, die Bürger selbst vorschlagen, eine längere Lebensdauer haben als vorgegebene Projekte. Man möchte eben weg von kurzfristig wirksamen Aktionen wie „Saubere Stadt“.
Dazu kann beitragen, dass Projekte vorzugsweise für einzelne Wohnviertel – neudeutsch „Quartiere“ – gedacht sein sollen. Der Fachdienst Gemeinwesen, der #emdenmacht aus einer Idee des Emder Oberbürgermeisters entwickelt hat, erwartet davon viel. Unter anderem: Eine Stärkung der Identifikation Emder Bürger und Bürgerinnen mit ihrem Wohnumfeld, die Entwicklung guter Nachbarschaften und eine Förderung von bürgerschaftlichem Engagement.
Kurzes Auswahlverfahren
Wie kommt man nun zu einer Projektesammlung, aus der schließlich geeignete und förderwürdige Vorhaben ausgewählt werden? Den Anfang machen die Emder Schulen, in denen unter dem Motto „Löppt! Mitnanner“ in Workshops Projektideen entwickelt werden sollen. Dann ist da noch die Internetseite #emdenmacht, auf der Projektideen von jedem eingetragen werden können. Die Seite soll bereits Anfang Februar nutzbar sein. Zu diesem Zeitpunkt will sich in der Sache auch Oberbürgermeister Tim Kruithoff mit einem Schreiben an die Emder wenden.
Weiter geht es mit einer ersten Sichtung der Vorschläge, anschließend nehmen Mitarbeiter der kommunalen Gemeinwesenarbeit und des Bau- und Entsorgungsbetriebes Kontakt zu den Ideengebern auf. Am Ende des Prozesses steht eine Übersicht über die Projekte, die vielversprechend sind. Die Liste wird auf der Internetseite veröffentlicht. Dort besteht für Bürgerinnen und Bürger dann auch die Möglichkeit, sich zu offenen Projekten anzumelden.
Details noch offen
Während #emdenmacht die Durchführung der einzelnen Vorhaben mit Geld aus verschiedenen Quellen finanziell unterstützt, ist die Verwirklichung Sache der Emderinnen und Emder, die die Idee entwickelt haben. Benötigen sie fachliche Hilfe, kann aber auch die geleistet werden. Details der Finanzierung wurden bei der Vorstellung der Aktion in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gesundheit, Soziales und Integration des Emder Rates nicht bekannt.
