Emden - Noch ein wenig länger müssen sich die Zollbediensteten in Emden gedulden: Ende 2023 (ursprünglich 2020) soll der Neubau an der Straße Zum Nordkai fertig sein. So zumindest lautet der Plan, teilte das federführende Staatliche Baumanagement Südniedersachsen mit. Wie berichtet, entsteht auf dem Gelände zwischen dem Omya-Kai (ehemals Marinekai) und dem Nordkai ein neues Gebäude. Dort soll die Finanzkontrolle Schwarzarbeit zusammengezogen werden. Die Pläne dafür sind schon einige Jahre alt. Bereits 2016 wurden dafür 3,5 Millionen Euro im Bundeshaushalt veranschlagt.
In dieser Woche ist die Bodenplatte gegossen worden. Damit wurde der Rohbau gestartet. „Mit dem Neubau schaffen wir modernste Büro- und Verwaltungsflächen für die Zollbeschäftigten vor Ort“, wird der Leiter des Baumanagements in Clausthal-Zellerfeld, Marcus Rogge, in einer schriftlichen Mitteilung zitiert. Seine Behörde steuert die Bauarbeiten im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).
Wachsende Mitarbeiterzahl
Dass ausgerechnet für das Emden-Projekt Clausthal-Zellerfeld und nicht der Bereich „Region Nord-West“ (mit Dienststellen unter anderem in Emden und Oldenburg) verantwortlich zeichnet, begründete Rogge gegenüber dieser Redaktion so: „Wir sehen uns ohnehin als eine Bauverwaltung, deshalb übernehmen wir auch Aufgaben von Schwesterämtern.“ Bei dem Neubau in Emden handele es sich um eine „dringende Maßnahme“, und die Bauverwaltung vor Ort habe dafür „keine Kapazitäten“ gehabt, erläuterte Marcus Rogge.
Die Dringlichkeit ergibt sich aus der wachsenden Zahl der Zoll-Mitarbeiter, und dem trägt der Bund mit dem Bau im Hafen Rechnung. Das bestehende Dienstgebäude an gleicher Stelle biete nicht mehr ausreichend Platz. Das hatte auch ein Sprecher des Hauptzollamtes Oldenburg, wozu die Emder Dienststelle gehört, betont. Im neuen Haus werden auf etwa 2260 Quadratmetern „modern ausgestattete Büro-, Archiv- und Sozialflächen“ geschaffen. Die Gesamtkosten dafür betragen „voraussichtlich“ 6,3 Millionen Euro. Die Bauaufträge seien überwiegend an Unternehmen in der Region vergeben worden. Das Gelände musste zuvor in einen bebauungsfähigen Zustand versetzt werden, denn dort stand ein Nato-Bunker aus den 1960er Jahren. Der Abriss (2017/18) gestaltete sich langwierig und schwierig.
Klinker und dunkles Dach
Die nicht einfache Bodenbeschaffenheit hat auch bei diesem Bauvorhaben eine Rolle gespielt: Das Gebäude wird auf rund 50 Stahlbetonpfählen ruhen, die im Kleiboden verankert wurden. Die Außenhaut soll für das „ortsübliche Erscheinungsbild“ aus Verblendern/Klinkern bestehen. Ein dunkles Dach und dunkle Fensterrahmen verleihen der Immobilie „ein modernes Aussehen“, heißt es in der Mitteilung.
Abzug des Zolls verhindert
Zwischenzeitlich hatte es Bestrebungen gegeben, das Zollamt von Emden nach Leer zu verlegen. Dafür, dass das nicht so kommt, hatten sich unter anderem der damalige Emder Oberbürgermeister Bernd Bornemann und der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff starkgemacht. Am Ende der Überlegungen stand dann kein Abzug, sondern eine Aufwertung des Zolls in Emden.
Das Staatliche Baumanagement Südniedersachsen führt die Baumaßnahmen des Landes und des Bundes in den fünf südniedersächsischen Landkreisen durch. Mit 120 Beschäftigten betreut das Amt über 1800 Bauwerke. Die Dienststellen befinden sich in Clausthal-Zellerfeld, Goslar, Göttingen, Hildesheim und Holzminden.
