Emden - Die Emder Stadtverwaltung hält es für verfrüht, nach zwei Wochen eine erste Bilanz zu Teil drei des Emder Verkehrsversuchs in der Neutorstraße zu ziehen. „Die neue Verkehrssituation muss erst eine Gewöhnungsphase durchlaufen, bevor eine Bewertung durchgeführt werden kann“, schreibt Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Anfrage dieser Zeitung. Dafür ist durchaus Zeit, denn bislang ist kein Enddatum für Szenario 3 an der Neutorstraße festgelegt.
Zuspruch für mobile Möbel
Doch auch, wenn es für die Stadt für ein Resümee zu früh ist, gibt es bereits erste Reaktionen auf die neu angelegte Fahrradstraße im Emder Zentrum. Die betreffen allerdings weniger den Verkehrsbereich als vielmehr die sogenannten mobilen Stadtmöbel. Diese nämlich „stoßen auf einen großen Zuspruch und werden rege genutzt“, so Dinkela.
Vor zwei Wochen hatte die Stadt im Anschluss an das Matjesfest die Strecke zwischen Neutor Arkaden und Altem Rathaus zu einer Fahrradstraße umgewandelt, indem entsprechende Linien aufgetragen wurden (wir berichteten). Die Fahrtrichtung von Norden nach Süden für Autofahrer wurde indes nicht geändert. Sie müssen sich den Radfahrern jedoch unterordnen – was nicht jedem gefällt, wie bei den immer wiederkehrenden Hupkonzerten von Autofahrern zu beobachten ist. Dennoch sind laut Verwaltung bislang weder Beschwerden eingegangen, noch sei es laut Stadt und Polizei zu Vorfällen, Unfällen oder Störungen gekommen. Doch Beobachtungen haben gezeigt, dass der Start durchaus holprig war.
Trogstrecke ist ein wichtiger Faktor
Während sich zur dritten Variante des Verkehrsexperiments bislang wenig sagen lässt, teilte Dinkela auf Nachfrage allerdings mit, dass beim Vergleich von Szenario eins und zwei festgestellt wurde, „dass die jetzige Fahrtrichtung eine höhere Akzeptanz genießt als in Szenario 1 die Süd-Nord-Variante.“ Zudem habe die zwischenzeitige Öffnung der Trogstrecke während der Matjestage bis Pfingsten die Situation in diesem Bereich weiter optimiert. Klar ist der Stadt aber auch, dass durch die veränderte Verkehrsführung in der Innenstadt und den inzwischen wieder gesperrten Trog, mehr Verkehr entlang der Ringstraße, Am Delft und der Friedrich-Ebert-Straße wahrzunehmen ist. Und dennoch soll der Verkehrsversuch „bis auf Weiteres“ laufen, ein Ende in den kommenden Wochen ist damit nicht in Sicht.
