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Umwandlung von Vorgärten Ökowerk sucht Emdens scheußlichste Schotterwüsten

Wenn es dazwischen üppig blüht, ist auch gegen Steine im Garten nichts einzuwenden: Umweltpädagogin Anna-Lena Tapken an einem Musterbeet im Ökowerk.

Wenn es dazwischen üppig blüht, ist auch gegen Steine im Garten nichts einzuwenden: Umweltpädagogin Anna-Lena Tapken an einem Musterbeet im Ökowerk.

Eric Hasseler

Emden - Warum immer nur drauf schimpfen? Man kann doch auch mal was ganz anderes gegen „Gärten des Grauens“ versuchen. Das hat sich jetzt das Emder Ökowerk gedacht. Damit es in der Stadt künftig weniger Vorgärten mit Schotterlandschaften gibt, auf denen zwar kein Unkraut, aber eben auch sonst nichts mehr gedeiht, wurde zusammen mit der Stadt Emden und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung ein neuer Wettbewerb ausgelobt. Gesucht werden Emdens zehn scheußlichste Schottergärten. Zu gewinnen gibt es die kostenlose Umwandlung in einen lebendigen Vorgarten.

Sinn und Zweck

„Über Geschmack lässt sich nicht streiten“, räumt Ökowerk-Geschäftsführerin Dr. Katharina Mohr ein. Jedoch bringe die zunehmende Bodenversiegelung objektiv einiges an Nachteilen mit sich. „Wo nichts mehr blüht, finden Insekten keine Lebensräume“, betont sie. Das verstärke auch den bundesweiten Rückgang der Vielfalt im innerstädtischen Raum. „Außerdem kann ein verdichteter Boden ohne Pflanzenbewuchs Regen nicht gut aufnehmen, was aber bei zunehmenden Wetterextremen immer wichtiger wird, um Überflutungen zu verhindern.“ Zudem heizten sich steinige Oberflächen oder Mulch-Schichten im Sommer stark auf, wenn kein Grün für Temperaturausgleich sorgt.

Mit dem Wettbewerb will das Ökowerk den Emdern einen Motivations-Kick geben, bei der Gartengestaltung mehr an die Artenvielfalt zu denken. Es ergänzt das laufende Projekt Falterfreu(n)de, mit dem das Ökowerk und seine Partner praktische Tipps geben, wie Gärten mit einfachen Mitteln und geringem Pflegeaufwand zu schönen Tummelplätzen für wichtige Obstbaumbestäuber wie Schmetterlinge, Hummeln und Käfer, aber auch für Vögel werden können. Wie so was genau aussehen kann, hat das Ökowerk 2021 mit fünf Musterbeeten im Stadtgarten und auf dem eigenen Gelände in Borssum gezeigt – mit Listen zum Nachpflanzen. Mit dem Wettbewerb gibt es nun aktive Nachhilfe.

Bewerbung

Teilnehmen können alle Eigentümer eines überwiegend mit Schotter, Mulch oder Kies bedeckten Vorgartens. Für ihre Bewerbung müssen die Kandidaten aussagekräftige Fotos einsenden: info@oekowerk-emden.de oder Ökowerk, Kaierweg 40a, 26725 Emden. Einsendeschluss: 15. März 2022.

Ablauf

Aus allen Bewerbungen werden zehn Vorgärten ausgewählt, die das Ökowerk im Sommer 2022 – in enger Absprache mit den Eigentümern – in insektenfreundliche, klimaschützende und pflegeleichte Falterfreu(n)de-Vorgärten umwandelt. Das Ökowerk bereitet den Boden vor und pflanzt auf maximal 20 Quadratmetern Blumen im Höchstwert von 150 Euro pro Garten.

Die Umgestaltung wird mit Fotos und Videos dokumentiert und in den Medien präsentiert. Speziell für Vorgärten in Borssum wollen Stadt und Ökowerk Mittel aus dem Sanierungsmanagement des KfW-geförderten Programms „Energetische Stadtsanierung“ einsetzen.

Gaby Wolf
Gaby Wolf Emder Zeitung
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