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Ökowerk in Emden Pfad der Artenvielfalt nimmt Gestalt an

Hier entsteht der Pfad der Artenvielfalt: Projektleiter Dr. Frank Gaupels und Ökowerk-Geschäftsführerin Dr. Katharina Mohr am Eingang zum künftig frei zugänglichen Archegelände.

Hier entsteht der Pfad der Artenvielfalt: Projektleiter Dr. Frank Gaupels und Ökowerk-Geschäftsführerin Dr. Katharina Mohr am Eingang zum künftig frei zugänglichen Archegelände.

Gaby Wolf

Emden - Fast hat man sie schon vor Augen: Kinder mit Eltern auf Erkundungsstreifzug – ältere Herrschaften beim Flanieren – und Naturliebhaber jeden Alters dazwischen. Zwar steckt das Ökowerk noch mitten im Umbau seines 30 000 Quadratmeter großen Archegeländes. Doch wie der neue Rundweg auf dem bisher kaum zugänglichen Terrain verläuft, kann man schon deutlich erkennen. An den Schaustationen für den geplanten Pfad der Artenvielfalt ist hingegen noch viel zu tun.

Zum Projekt

Das Archegelände ist ein 30 000 Quadratmeter großer Teilbereich des Ökowerks (Gesamtfläche: 70 000 Quadratmeter) im Stadtteil Borssum. Wegen der frei im Eingangsbereich laufenden Schweine, Gänse und Co. war es bisher abgeriegelt. Besucher kamen bislang nur per Führung auf das Gelände.Durch den Umbau mit Neusortierung der Tierlaufflächen soll das Gelände geöffnet werden. Ein „Pfad der Artenvielfalt“ soll als Lehrpfad zu verschiedenen Lebensräumen für Vögel, Insekten und Kleinstlebewesen führen und Ideen vermitteln, was man selbst zu Hause für die Artenvielfalt tun kann.

Gefördert wird das Projekt mit knapp 190 000 Euro aus dem Topf „Biodiversität/grüne Infrastruktur“ des Landes Niedersachsen. Die Bürgerstiftung Ökowerk steuert 24 300 Euro aus Eigenmitteln bei.

Nicht schlimm, sagen Geschäftsführerin Dr. Katharina Mohr und Projektleiter Dr. Frank Gaupels. Erstmals geöffnet werden soll die neue Schaufläche hinter der Holz-Arche erst in fünf Monaten: zum Tag der Artenvielfalt am 10. Juli.

Holzarche

Dass allerhand neue „Zutaten“ für das bisher abgeschlossene Teilgelände mit den alten Haustierrassen in der Mache sind, zeigt sich schon auf dem Weg dorthin. Am Bahnhof der Minibahn haben die Mitarbeiter einen alten Laternenpfahl aufgebockt. „Der wird noch so hergerichtet, dass dort Schwalben ihre Nester ankleben können, dann kommt er als Mast auf die Arche“, erläutert Gaupels. Das große Holzschiff selbst wird neu und rutschfest als Aussichtsplattform hergerichtet, allerdings nicht stufenfrei.

Wege

Barrierefrei soll es dagegen auf dem großen Schlängelrundweg bis ans hinterste Ende der drei Hektar zugehen. Auf dem nassen Gelände musste dafür tüchtig Aufwand getrieben werden. „Die Wege sind erhöht und leicht gewölbt angelegt, damit das Wasser abfließt“, sagt Gaupels. Angefüllt sind sie mit Klei, darauf eine Schicht Schotter, dann ein Vlies, dann wieder Schotter. Dieses „Sandwich“ muss sich nun setzen. Dann fehlt nur noch die Deckschicht aus Feinschotter.

Teiche

Ein neues „Wassermanagement“ war auch bei den Teichen nötig. Der Borssumer Baggerunternehmer Johann Janßen schuf neue Gräben zwischen den Gewässern, damit sie in Regenzeiten nicht übersuppen und in heißen Sommern nicht austrocknen. Die Ränder wurden neu modelliert und Flachwasserzonen geschaffen. Im Frühjahr werden Ufer- und Wasserpflanzen eingesetzt. Gaupels: „Vorher waren die Ufer eher kahl, jetzt sollen es stabile Biotope werden.“

Tiere

Die Mini-Schweine, Schafe, Hühner, Enten und Gänse erhalten abgetrennte Flächen. Um ein Ausbüchsen zum Deich zu vermeiden, werden alle Außenzäune erneuert. Hinzu kommen Abgrenzungen durch Weidenflechtzäune und Totholzhecken, die die wühlfreudigen Schweinchen abhalten, die Blumenzwiebeln unter den Obstbäumen aufzumampfen. In den Naturzäunen können sich Kleinstlebewesen ansiedeln, weiteren Lebensraum sollen ostfriesische Wallhecken, Blühwiesen und Kopfweiden bieten.

Bauten

Ein bisschen nach Maya-Pyramide sieht die Uferschwalbenwand aus, die am großen Teich neu aus Klei und Emssand geformt wurde. Das soll beim Bruthöhlenbau helfen. „Vielleicht nistet sich auch der Eisvogel ein“, hofft Gaupels. Daneben ist bereits ein Halbkeller als Fledermaus-Winterquartier ausgeschachtet. „Das wird noch so aufgemauert, dass eine Hohlkammer entsteht, darüber kommt Erde als Isolierschicht“, erläutert Gaupels das Konzept von Mitarbeiter Enno Schmitt. In der Holzwerkstatt steht derweil schon das von Tischler Neil Broadhurst vorgefertigte Fachwerkgerüst für die „Alte Scheune“ bereit. Später soll der Bau im angeschrabbelten Vintage-Style Nisthilfe-Zentrum für Vögel und Insekten werden – mit Giebel-Einflugloch. So wie es Schleiereulen gern mögen.

Gaby Wolf
Gaby Wolf Emder Zeitung
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