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Offshore-Versorgungsschiff „Spirit of Emden“ Der Emder Lieferdienst für die Nordsee

Hat seit einigen Tagen mit Emden einen neuen Heimathafen: der Offshore-Versorger „Spirit of Emden“.

Hat seit einigen Tagen mit Emden einen neuen Heimathafen: der Offshore-Versorger „Spirit of Emden“.

Friedrich Doden

Emden - Ein Lieferservice auf der Nordsee? Für Offshore-Windkraftbetreiber ist der essenziell wichtig. Dabei geht es allerdings nicht um Pizza und Pakete, sondern um Container mit Material, Mülltransporte, Catering und Mitarbeitertransfers. Mit der „Spirit of Emden“ gibt es nun ein neues, weiteres Versorgungsschiff im Emder Hafen – und das erste eigene Schiff des Hamburger Unternehmens SeaRenergy gemeinsam mit der hanseatischen Reederei The Asian Spirit Steamship Company (ASSC). Seit zwei Wochen ist Emden der Heimathafen des Offshore-Versorgers, für den die Unternehmen einen einstelligen Millionenbetrag investiert haben.

Chance auf weitere Jobs

Viel wichtiger aber für den Emder Hafen: Mit seiner Rund-um-die-Uhr-Crewbesatzung an sieben Tagen in der Woche sind elf Arbeitsplätze allein auf dem Schiff verbunden. Außerdem sichert es „auf jeden Fall bestehende Arbeitsplätze und stärkt die Position der Firma EPAS und somit langfristig die Chance auf weitere Arbeitsplätze, wenn Emden sich zu einem immer bedeutungsvolleren Offshore Hub entwickelt“, sagte Hafenförderer Mauritz Brons und freut sich über den Neuling am Außenhafen.

Der hat bereits seine ersten Fahrten absolviert und sorgt mit seinem Zusatzangebot dafür, dass „Spitzen aus den bisherigen Versorgungsfahrten genommen werden können“, wie EPAS-Geschäftsführer Timo Siebahn erklärte. EPAS ist für das Löschen und Beladen des neuen Schiffs im Hafen zuständig. Dass sich die Hamburger für Emden entschieden haben, liegt laut Niko Tönjes von SeaRenergy klar auf der Hand: Die Anbindung an die Offshore-Anlagen, die Erfahrung der Emder im Offshore-Bereich sowie die vorhandene Infrastruktur mitsamt der Logistik im Hafen seien Argumente gewesen, die für den Standort gesprochen hätten. „Andere Häfen in der Umgebung sind zu klein und nicht dafür ausgelegt, außerdem fehlt dort die Expertise vor Ort“, sagte Tönjes im Gespräch. Weiterer Pluspunkt: Siemens als Großkunde SeaRenergys arbeite ebenfalls von Emden aus.

Versorgungsfahrten teuer

Doch bei Siemens allein soll es nicht bleiben, vielmehr geht es dem Hamburger Unternehmen darum, weitere Arbeitsaufträge in die Seehafenstadt zu holen. Tönjes ist überzeugt, dass vor dem Hintergrund des Umweltschutzes und der Sicherung der Energieversorgung der Bereich der Offshore-Windenergie weiter wachsen wird. Versorgungsfahrten auf der Nordsee seien jedoch teuer, weshalb SeaRenergy daran arbeiten will, Bedarfe zu bündeln und für unterschiedliche Kunden Lieferungen, sogenannte Cargo-Runs, durchzuführen. In dieser Woche „haben wir unseren ersten Run“, sagte Tönjes. Je nach Fahrplan stünde das Schiff auf Anfrage aber auch für kurzfristige Charteranfragen zur Verfügung.

Für EPAS ist diese Art der Versorgung nicht neu, rund 300 Schiffsanläufe zählen die Emder schon jetzt im Jahr. Ein weiterer Versorger sei für den Hafen aber immer ein positives Signal und stärke die Position als fester Ausgangshafen im Offshore-Bereich, sind sowohl Timo Siebahn als auch Mauritz Brons überzeugt. „Grundsätzlich ist jedes Schiff ein positives Signal für den Emder Hafen“, so Brons, der zudem betont, dass EPAS damit „seine Stellung im Bereich Offshore Wind noch weiter ausbauen kann“, weil das Schiff mehrere Windparks versorge, die bisweilen auch von anderen Häfen versorgt worden seien. Das biete für den Emder Hafen das Potenzial, „noch weitere Umschläge nach Emden zu holen“.

Elisabeth Ahrends
Elisabeth Ahrends Emder Zeitung (Leitung)
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