Emden - Die Bäckerei Sikken schließt an diesem Wochenende ihre Filiale in Petkum. Das Gerücht, das sich in den vergangenen Tagen bereits im Stadtteil herumgesprochen hatte, hat sich bewahrheitet. „Wir haben uns diese Entscheidung ganz und gar nicht leicht gemacht“, sagte Anja Sikken auf Nachfrage dieser Redaktion. Aufgrund der Energiekrise, aber vor allem wegen der aktuellen Personalnot habe man letztlich keine andere Möglichkeit mehr gesehen. Und die Entscheidung ist endgültig – zum Bedauern von FDP-Fraktionschef und Petkumer Erich Bolinius. „Damit macht das letzte Geschäft jetzt auch noch zu“, sagte Bolinius.
Herber Schlag für Petkum
Es sei ein herber Schlag für Petkum – gerade vor dem Hintergrund, dass mit den beiden Baugebieten „Zum Bind“ neue Bewohner in den Stadtteil ziehen. „Für die Leute ist das eine Enttäuschung“ – von den älteren Menschen ganz zu schweigen. Die müssen nun nämlich fast drei Kilometer bis zum nächsten Bäcker fahren, hat Bolinius festgestellt. Und dabei hatte Petkum einst einen florierenden Handel: In den 1950er-Jahren gab es dort 21 Geschäfte und Handwerksbetriebe, erinnert sich der FDP-Politiker. Davon seien zwei Bäckereien, fünf Kaufmannsläden und drei Schuster gewesen. Mit der Schließung Sikkens gibt es nun überhaupt keinen Nahversorger mehr in Petkum. Bedauernswert für Bolinius ist zudem, dass Gäste, die mit der Fähre von Ditzum kommen, nun keine Möglichkeit mehr haben, einen Kaffee zu trinken. „das einzige Café, das wir haben, hat ja nicht immer geöffnet.“
Suche nach einer Lösung
Doch der Emder Ratsherr will die Hoffnung noch nicht aufgeben, wieder einen Gastronomen oder eine andere Bäckerei für seinen Heimatstadtteil gewinnen zu können. „Ich habe zwar noch keine konkreten Ideen“, sagt Bolinus, der aber möglichst schnell das Gespräch mit dem Bürgerverein suchen will. Vielleicht lasse sich darüber eine Lösung finden. Denn eins steht trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage auch für Anja Sikken außer Frage: „Fehlender Zuspruch ist nicht der Grund für die Schließung.“
