Pewsum - Die Gemeinde Krummhörn nimmt sich der Pewsumer Mühle an. Ein Gutachter soll sich das Gebäude nun ausgiebig zur Brust nehmen. Dafür will die Gemeinde dem Vernehmen nach eine fünfstellige Summe in den Haushalt einstellen. Nach Informationen dieser Zeitung gab es für diese Entscheidung keinen politischen Beschluss, stattdessen soll das Rathaus direkt gehandelt haben. Zuletzt hatte die SPD-Fraktion einen entsprechenden Antrag formuliert, der war am Dienstagnachmittag in der Sitzung des nichtöffentlichen Verwaltungsausschusses demzufolge obsolet. So oder so: Politik und Verwaltung reagieren damit auf die jüngsten Hinweise des Krummhörner Heimatvereins und den gegenüber der SPD-Fraktion geäußerten Wunsch, den potenziell drohendem Verfall des Pewsumer Wahrzeichens Einhalt zu gebieten.
Erleichterung beim Heimatverein
Böse Überraschung am Samstagvormittag: Diesen grün-schwarzen Flecken war mit ein bisschen Putzmittel nicht beizukommen. Bild: Saathoff
In den Kreisen des Vereins gab es am Mittwoch einhelliges Aufatmen über den vermuteten Sanierungswillen, sagte Vorstandsmitglied Detlef Meyer-Rongelraths gegenüber dieser Zeitung. Rongelraths hatte bereits vor wenigen Wochen ein Gespräch mit Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) über den Zustand der Mühle geführt. Dass die Gemeinde nun ordentlich Geld für ein Gutachten in die Hand nehmen wolle, begreife er als deutliches Zeichen für den Sanierungswillen, sagte er. Rongelraths hatte um das Gutachten gebeten, damit anschließend entsprechende Fördergelder eingeworben werden können. „Nun darf es natürlich nicht passieren, dass die Schäden bereits so kostspielig sind, dass anschließend nicht mehr saniert werden kann.“
Keine schwarze Farbe: Diese dunklen Flecken waren vor einigen Wochen noch nicht da, jetzt sind sie es – und riechen nicht besonders gut. Bild: Saathoff
Als sicher gilt, dass es Schäden an der Galerie und am Dach gibt. Die Galerie ist seit Jahren gesperrt, das Reetdach hat Löcher, das Dach der Mühlenscheune ist nachweislich undicht, sodass es in die Scheune rein regnet.
Verfärbungen an den Wänden nehmen zu
Zuletzt war am vergangenen Wochenende die Betrübnis innerhalb des Vereins noch mal deutlich angestiegen, als sich ein ehrenamtlicher Putzdienst am Samstagvormittag dem Frühjahrsputz in der Mühle widmete. Die Vereinsmitglieder stießen auf nasse, dunkelgelb verfärbte Wände. An einzelnen Stellen gab es schwarze Flecken. Dass der Gutachter auch der Ursache dieser Flecken auf den Grund gehen soll, beruhigt den Verein.
Und den Ortsvorsteher Johann Schüller (SPD). Schüller hatte sich bereits an den Landtagsabgeordneten Matthias Arends (SPD) gewandt und eine Reihe an potenziellen Förderprogrammen erschlossen, um nach dem Gutachten auch die eigentliche Arbeit, die Sanierung der Mühle, in Angriff nehmen zu können. Wie förderfähig das gesamte Projekt aber tatsächlich sein wird, ist aktuell genauso unklar wie der eigentliche Sanierungsaufwand.
