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Umweltsünder in Emden Bis zu 70 Tonnen pro Jahr: Wilde Müllkippen bleiben ein Problem

Als schnelle Eingreiftruppe beim Bau- und Entsorgungsbetrieb in Einsatz (v.l.): Andreas Mammen und Marco Rüst.

Als schnelle Eingreiftruppe beim Bau- und Entsorgungsbetrieb in Einsatz (v.l.): Andreas Mammen und Marco Rüst.

Stadt Emden

Emden - Matratzen und Hausrat im Gebüsch, in Tüten verpackter Restmüll in den Rabatten, Altreifen – wie zuletzt in Twixlum – im Graben. Immer wieder landet Müll in Emden dort, wo er nicht hingehört. Nicht umsonst ist im Sommer 2019 beim Bau- und Entsorgungsbetrieb der Stadt (BEE) eine schnelle Eingreiftruppe gebildet und mit einer Art Elektro-Batmobil für den flinken Einsatz in gesichteten oder gemeldeten Dreck-Ecken ausgestattet worden. Trotzdem bleiben wilde Müllkippen ein Problem.

180 Tonnen seit 2019

Wie aus der Antwort des BEE auf unsere Anfrage hervorgeht, ist die Situation zuletzt zwar nicht schlechter geworden, aber auch nicht besser. Seit Sommer 2019 habe die schnelle Eingreiftruppe insgesamt 180 Tonnen Unrat von wilden Müllkippen eingesammelt – 40 bis 70 Tonnen pro Jahr. Dabei ist allerdings auch einzurechnen, dass die große öffentliche Frühjahrsputz-Aktion „Saubere Stadt“ seit der Pandemie nicht mehr stattgefunden hat.

Dabei wurden durch die ausschwärmenden Vereins-, Kita- und sonstigen Bürgergruppen zuletzt immer so um die zehn Tonnen Müll aus der Natur und von öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen entfernt. Zwar gab es danach einzelne private Sammel-Initiativen, aber eben nicht mehr die große konzertierte Aktion. Wie berichtet, arbeitet die Stadt an einem neuen Konzept.

Ohne die BEE-Eingreiftruppe aber hätte sich das Fehlen der Aktion womöglich noch stärker bemerkbar gemacht. Darüber hinaus scheint die Truppe im Zusammenspiel mit dem Ausbau des Beschwerdemanagements (ditundat-App, Social Media) einen gewissen sensibilisierenden Effekt zu haben.

Verursacher teils ermittelt

Nach dem Eindruck des BEE haben die Meldungen von Bürgern über verdreckte Ecken zugenommen. Und: Die Truppe hat anhand des Mülls einige Verursacher ermitteln können. Im ersten Jahr ergingen 15 Bußgeldbescheide wegen wilder Müllablagerung. Von Juli 2020 bis Juli 2022 waren es noch einmal 23. Die Bußen variierten laut BEE „je nach Müllmenge und -art zwischen 50 und 300 Euro“. Die illegale Entsorgung von Autoreifen, Elektrogeräten und Matratzen sei dabei nie unter 100 Euro geahndet worden. Für die Festsetzung ist dabei das Ordnungsamt zuständig.

Ob trotzdem damit zu rechnen ist, dass künftig mehr Leute Müll wild abladen, weil durch die Ukraine-Krise und Corona vieles im Alltag teurer geworden ist, darüber wollte der BEE nicht spekulieren – zumal die Gebühren für die Entsorgung sämtlicher Abfälle bei der Müllumladestation in den letzten Jahren stabil geblieben seien. Altreifen allerdings werden dort nicht angenommen, sondern sind gegen eine geringe Gebühr beim Reifenhändler abzugeben.

Die schnelle Eingreiftruppe besteht aus zwei Mitarbeitern und fährt täglich montags bis freitags die vermuteten Brennpunkte ab. Für Hinweise ist sie unter Telefon 04921/875070 oder über das zentrale Beschwerdemanagement der Stadt erreichbar.

Gaby Wolf
Gaby Wolf Emder Zeitung
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