Emden - Die Vorzeichen könnten nicht unterschiedlicher sein, doch für ein spannendes Finale im „Ostfriesland Cup – Only the Best“ ist gesorgt. Regionalligist BSV Kickers Emden trifft auf Landesligist Grün-Weiß Firrel (GWF). Auf der einen Seite die Mannschaft von Trainer Stefan Emmerling mit einer ordentlichen Negativserie nach dem Aufstieg, auf der anderen Seite das Team vom Emder Coach Bernd Grotlüschen mit einem guten Saisonstart.
Von der Papierform her wäre es eine klare Angelegenheit, denn Kickers spielt zwei Klassen höher als die Grün-Weißen. Doch die Derbys um die ostfriesische Fußball-Krone haben es immer in sich. Zudem kann sich Firrel, sollten sie den Pokal erneut und damit zum dritten Mal gewinnen, dann den großen Henkel-Pott in die Vitrine stellen. „Unsere Trainer Bernd Grotlüschen und Ralf Potthoff wollen den Cup unbedingt zum dritten Mal und damit für immer nach Firrel holen“, sagte GWF-Chef Johannes Poppen.
Doch auch Emmerling denkt nicht nur an das Prestige im Falle eines Sieges. „Natürlich wollen wir dieses Finale gewinnen und wir freuen uns auf GW Firrel. Der Anreiz ist so unglaublich hoch und natürlich werden wir alles daransetzen, das Turnier zu gewinnen und eben auch im kommenden Jahr im eigenen Stadion gegen den FC St. Pauli antreten zu dürfen.“
Dennoch hat der Emder Trainer zurzeit ganz andere Sorgen, magere drei Punkte aus elf Spielen hat sein Team in der Regionalliga bisher geholt. Allen dürfte klar sein, dass die Mannschaft so nicht konkurrenzfähig in der Liga ist.
Da passt es vielleicht ganz gut, sich die nötige Motivation in einem eventuellen Finalsieg zu holen. Wogegen allerdings Poppen etwas hat. „Natürlich sind wir in diesem Spiel der Außenseiter und somit der Herausforderer, aber wir können an einem guten Tag auch gegen Kickers Emden gewinnen.“ Wenn das keine Kampfansage ist? „Was es heißt, diesen Pokal zu gewinnen, durften wir im vergangenen Jahr in Leer erfahren und dieses Gefühl würden wir wirklich sehr gerne ein weiteres Mal erleben“, kontert Emmerling.
Die beiden Initiatoren vom Ostfriesland-Cup, Manfred Bloem und Ewald Adden, freuen sich auf jeden Fall ganz besonders auf das Finale und hoffen auf einen guten Zuspruch seitens der Fans. „In Deutschland dominiert der FC Bayern München die Bundesliga und ist die unumstrittene Nummer 1 in Deutschland. Mit einem gewissen Abstand folgt Borussia Dortmund als Deutschlands Nummer 2. In Ostfriesland ist es ähnlich. Für mich ist der BSV Kickers Emden seit Jahren und mit Abstand die Nummer 1 in Ostfriesland und mit einem entsprechenden Abstand GW Firrel die Nummer 2“, sagte Bloem.
Wie lukrativ ein Finalsieg ist, ergänzt Bloem: „Auch wenn beide Mannschaften auf die Siegprämie von 2.000 Euro zugunsten der Familie des verstorbenen Fußballers Marco Memenga verzichtet haben, so bleibt dieses Finale der ostfriesischen Champions-League das bisher höchst dotierte Finale aller Zeiten in Ostfriesland. Der Sieger dieses Spiels bekommt ein Trainingslager im Sporthotel Middelpunkt im Wert von ca. 3.000 Euro sowie die Berechtigung, im Supercup im Sommer nächsten Jahres gegen den Bundesligisten FC St. Pauli antreten zu dürfen. Bei diesem Spiel werden einige Tausend Fans erwartet und der Ostfriesland-Cup–Sieger 2022 ist mit 40 Prozent an den Erlösen aus Eintrittsgeldern beteiligt, so dass dann schnell eine gute fünfstellige Summe in die Vereinskasse fließen kann.“
