Emden - Zugausfälle und Verspätungen von über zweieinhalb Stunden – der Sabotageakt gegen die Deutsche Bahn hat am Sonnabend auch Pendler und Touristen mit Ziel Emden zur Verzweiflung gebracht. „Für manche Reisende war es definitiv dramatisch“, bewertete Westfalenbahn-Sprecher Dr. Stefan am Sonntag im Gespräch mit dieser Redaktion die Auswirkungen des Anschlages. Eine Stellungnahme der Deutschen Bahn war zunächst nicht zu erhalten.
Zwar sei die Linie RE 60 der Westfalenbahn zwischen Rheine und Braunschweig wegen der höheren Zug- und Passagierzahlen stärker betroffen gewesen als die RE 15 zwischen Emden und Münster. Auch auf der Route in Richtung Küste, die nicht zuletzt für Touristen mit Ziel Borkum eine wichtige Verbindung ist, seien die Auswirkungen aber gravierend gewesen. „Wir hatten hier fünf oder sechs Zugausfälle und Verspätungen bis zu 157 Minuten“, so Dr. Stefan Dietrich.
Die Störungsmeldung war am Sonnabendmorgen um 7.03 Uhr bei der Westfalenbahn eingegangen. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, dass der Ausfall der für die bahninterne Kommunikation wichtigen Leitungen Folge eines gezielten Anschlages war. Durch das Kappen der Kabel wurde im Norden Deutschlands auch die Kommunikation zwischen den Zugführern und den zentralen Stellen der Bahn unterbrochen. Vielerorts stoppten Züge unplanmäßig in Bahnhöfen, weil eine Weiterfahrt zu gefährlich gewesen wäre.
Als der Zugverkehr gegen 10.30 Uhr langsam wieder ins Rollen kam, waren die Probleme auch auf der Strecke von und nach Emden nicht auf Anhieb ausgestanden – erst nach und nach normalisierte sich die Situation wieder.
