Emden - Die Winterpause ist beendet: In der Althusiusstraße in Port Arthur/Transvaal geht es mit der Stück-für-Stück-Sanierung weiter, damit das 1150 Meter „lange Elend“ voller Löcher spätestens 2025 ein Ende hat. Seit Beginn des zweiten Bauabschnitts im September 2022 (ab Ecke Körmeisterweg plus abzweigendem Oranienweg) haben sich die Bauarbeiter inzwischen bis zur Ecke Dollartstraße vorgebuddelt. Dort haben jetzt die Kanalbauer der Auftragsfirma Huchtmann wieder ihre Arbeit aufgenommen. Denn vor dem Neuaufbau der Fahrbahn geht es auch hier erstmal in die Tiefe.
Beton statt Steinzeug
„Es werden Aufbruch- und Verlegearbeiten im Bereich des neuen Regenentwässerungskanals durchgeführt“, erklärte Bauleiter Rainer Speckels vom Bau- und Entsorgungsbetrieb der Stadt Emden (BEE) auf Anfrage. Direkt auf der Baustelle bekommt diese förmliche Aussage allerdings noch mal eine ganz andere Wucht. Dort zeugt ein mächtiges altes Stück Schacht aus gemauerten Ziegeln – gehoben mit Kettenbagger-Hilfe – davon, dass so eine Kanalerneuerung keine Spielszene aus dem Playmobil-Land ist. Aber die alte Steinzeug-Leitung im Boden hat nun einmal ausgedient und muss durch ein modernes Betonrohr ersetzt werden. Dieses soll mit einem Durchmesser von DN 600 auch besser für die häufiger gewordenen Starkregen-Güsse gewappnet sein als der 200er-Vorgänger.
Trotz des schweren Emder Bodens liegen die Arbeiten aber noch im Zeitplan, wie Speckels bestätigte. Auch haben im zweiten Abschnitt bisher keine Geröllfunde aus Nachkriegszeiten zu unerwarteten Verzögerungen wie im ersten Abschnitt am Körmeisterweg geführt.
Dafür herrschen jetzt sinkende Temperaturen. Doch davon wollen sich die Kanalbauer nicht stoppen lassen. „Leichter Frost ist sogar ganz gut, besser als Matsch und Regen“, hieß es vor Ort. Auch die Firma Huneke, die sogar schon etwas früher wieder aktiv war, setzte ihren Teil der Arbeit – die Sanierung des Schmutzwasserkanals – in den letzten Tagen unverdrossen fort. Hierfür wird allerdings nicht in die Erde gegraben, sondern per Inliner-Verfahren eine neue Kunststoffleitung „durchgeschossen“.
Ende des Feldwegs
In voraussichtlich drei Wochen soll das in der Althusiusstraße komplett Ecke Berumer Straße erledigt sein, teilte Speckels mit. Im abzweigenden Oranienweg (er führt zum „Klönpadd“-Wanderweg am Frisiaschloot) sei die Kanalsanierung nur noch in einem kleinen Teilstück samt Wohnweg erforderlich. Dies soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Dafür hat der größte Teil des Oranienwegs (bis auf den Anschluss zum Kreuzungsbereich Althusius-/Dollartstraße) die geplante Umwandlung vom Feldweg zur befestigten Straße bereits durchgemacht. Auch die anliegenden Wohnwege wurden saniert.
In der Althusiusstraße wiederum muss erst der Regenkanal fertig sein, bis es abschnittsweise an die Straßenbauarbeiten bis Ecke Berumer Straße gehen kann. Laut Speckels hat sich an der zuletzt aufgemachten Zeitschiene vorerst nichts geändert: Der dritte und letzte Sanierungsabschnitt bis zur Fletumer Straße (Textil Wagner) soll voraussichtlich 2024 beginnen. Die Kosten für den zweiten Abschnitt lägen aktuell im kommunizierten Rahmen. Die Auftragssumme betrug hier, wie berichtet, rund zwei Millionen Euro. Weil die Sanierung Teil des Förderprogramms „Soziale Stadt“ ist, übernehmen Bund und Land zwei Drittel der Sanierungskosten.
