Emden - Noch wirkt es in der Althusiusstraße ein wenig so, als wäre es das mit der Sanierung jetzt schon gewesen – als hätten die Arbeiter nach Abschnitt Nummer eins bis zum Körmeisterweg einfach nur vergessen, aufzuräumen. Doch natürlich sollen auch noch die weiteren 850 Meter Loch- und Buckelpiste bis zur Fletumer Straße gründlich glattgezogen und das Umfeld mit Gehwegen, Parkraum und Garagen-Blöcken neu geordnet werden. Allerdings nicht in einem Rutsch. Drei Teilabschnitte umfasst allein der zweite Bauabschnitt bis Ecke Berumer Straße. Ein mächtiges Pfund. Mit diesem soll jetzt im September begonnen werden, teilte Stadtsprecherin Theda Eilers auf Anfrage mit.
13 Wohnwege mit dabei
Dabei werden nicht nur 400 Meter „reine“ Althusiusstraße saniert, sondern auch der von ihr abzweigende Oranienweg. Von diesem aus gelangt man auf den parallel zum Siedlungsrand verlaufenden Radwanderweg am Frisiaschloot. Der wurde – wie berichtet – im Rahmen des ersten Sanierungsabschnittes angelegt, weil die Althusiusstraße für einen eigenen Radweg nicht breit genug ist. Außerdem werden im zweiten Abschnitt 13 weitere Wohnwege erneuert, die stichstraßenartig links und rechts von der Althusiusstraße zu den Eingängen der Reihenhäuser führen.
Die erste Teiletappe ab September reicht vom Körmeisterweg bis zur Einmündung Oranienweg. In diesem Bereich lassen die Stadtwerke im Vorfeld des Straßenbaus bereits die Gas-, Wasser- und Stromleitungen erneuern und Glasfaserkabel legen. Der zweite Teilabschnitt umfasst den kompletten Neubau des 150 Meter langen Oranienwegs. Die Fortsetzung der Sanierung bis Ecke Berumer Straße bildet den dritten Teilbereich. Ausgeführt werden die Arbeiten von der Emder Firma Huchtmann.
Neuer Zeitplan
Die Rechnung „Jedes Jahr einen Bauabschnitt“, wie sie bei der großen Bürgerinformationsveranstaltung im März 2019 aufgemacht worden war, ist allerdings inzwischen überholt. Schon beim ersten Bauabschnitt (Geisestraße bis Körmeisterweg) traten wegen des schwierigen und mit allem möglichen Schutt durchsetzten Untergrundes massive Verzögerungen ein. Beendet wurden die Arbeiten, die eigentlich schon 2021 erledigt sein sollten, erst im April 2022. Angesichts des umfangreichen Programms und der vielen Stichstraßen auf der nun startenden Etappe rechnet die Stadt beim zweiten Bauabschnitt inzwischen mit einer Fertigstellung nicht vor dem ersten Quartal 2024. Die Umsetzung des dritten und letzten Abschnitts bis zur Fletumer Straße soll voraussichtlich 2024 erfolgen, teilte Eilers mit.
Bisher scheinen die Kosten trotz der Verzögerung im Rahmen geblieben zu sein. Für den ersten Bauabschnitt inklusive Radwanderweg und Wohnwege, ausgeführt von der Auricher Strabag-Niederlassung, sind laut Stadt zurzeit Kosten von 1,3 Millionen Euro angefallen. Die Schlussrechnung werde noch geprüft. Der Auftrag für den zweiten Abschnitt betrage rund zwei Millionen Euro.
Ob die Kosten ganz am Ende aber unter den vorläufig angenommenen vier Millionen Euro bleiben, ist unwahrscheinlich. „Die genannte Summe wurde 2015 kalkuliert“, betonte Eilers. Seither seien die Preise deutlich gestiegen. Und der dritte Abschnitt stehe erst 2023 zur Ausschreibung an. Immerhin: Am „Zuschnitt“ der Förderung über das Programm „Soziale Stadt“ hat sich nichts geändert. Zwei Drittel der Sanierungskosten übernehmen Bund und Land.
