Die Gemeinde, die in den vergangenen Wochen Verzicht predigte und auf klamme Kassen hinwies, öffnet das Füllhorn. Nicht etwa, um ein eigenes Gebäude instand zu setzen, sondern für ein wachsweiches Versprechen auf mehr öffentlichen Nutzen durch die private Uttumer Mühle. Und als löse diese Information nicht ausreichend Stirnrunzeln aus: Die Öffentlichkeit sollte davon gar nichts erfahren.
Es ist die eigentliche Tragik dieses Beschlusses. Wegen einer – im Endeffekt – banalen Summe für den in der Vergangenheit rund 26 Millionen Euro schweren Haushalt der Gemeinde Krummhörn, lösen Bürgermeisterin und Teile der Politik eine Vertrauenskrise aus. Wie ernst sind öffentliche Mahnungen über leere Kassen zu nehmen, wenn hintenrum Privaten Geld für ihre Gebäude zugeschanzt wird? Wie oft landen derartige Hinterzimmerdeals auf den Tischen des Krummhörner Verwaltungsausschusses, von denen die Öffentlichkeit tatsächlich nichts erfährt?
Schade, dass ein Vorhaben, das mit besserem Verhandlungsgeschick der Gemeinde und mehr Verbindlichkeit wirklich sinnvoll wäre, diese Fragen aufwirft – und nun ein unangenehmer Schatten über der Maßnahme liegt. Mehr Transparenz und mehr Aufrichtigkeit hätten das verhindert.
