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Sascha Grammel begeistert in der Nordseehalle Sinnfrei witzig, aber nicht plump

Auftakt zum Blödelabend: Sascha Grammel mit „Frederic“ in der Nordseehalle.

Auftakt zum Blödelabend: Sascha Grammel mit „Frederic“ in der Nordseehalle.

Axel Pries

Emden - Wie kommt es, dass ein Mann, der mit 48 Jahren noch mit Puppen spielt, solch’ donnernden Applaus einfährt? Die Antwort lieferte der Comedian und Bauchredner Sascha Grammel beim Auftritt in der fast ausverkauften Emder Nordseehalle, als er seinen Puppen Leben einhauchte – und zwar höchst eigenwilliges. Da erlaubt sich der „Frederic“ schon mal die Feststellung von dem alten Mann und den Puppen und fragt: „Hat dir das noch keiner gesagt: Du sprichst mit dir selbst?“ Fertig ist der erste Brüller, der die Halle zum Johlen bringt.

Zwei vergnügliche Stunden füllten die Wortgefechte zwischen dem Künstler und seinen Figuren, für die das Publikum am Ende mit stehendem Beifall dankte. Denn Sascha Grammel ließ nichts von dem aus, was ihn zu einem der meist geliebten Bühnen- und TV-Stars gemacht hat. Mit heiteren Wortspielen und viel Selbstironie ließ der Bauchredner auf seiner Tour „Fast fertig“ auch in Emden die ganze Riege seiner Puppen auftreten – bei einer der letzten Veranstaltungen übrigens, die vorerst in der Nordseehalle stattfinden werden.

Viele bekannte Figuren

Der Frederic Freiherr von Furchensumpf und Prof. Dr. Peter Hacke zählten wohl zu den bekanntesten Figuren an der Hand des Bauchredners – aber die schüchterne Schildkröte Josie, bei deren Ankündigung das Publikum bereits mit den Füßen trampelte, war offensichtlich der Liebling.

Es ist die Perfektion im Zusammenspiel zweier Rollen ein und desselben Mannes, die die Faszination der Show ausmacht. Quasi aus dem Bauch heraus verleiht Sascha Grammel den Figuren Persönlichkeit – selbst einer Socke mit großen Augen, die an seiner Hand zu Außer Rüdiger wird – und spielt in den witzigen Dialogen sogar mit dem Umstand, dass es sich nur um seine eigene Stimme und eine Puppe handelt, mit der er Nettigkeiten austauscht. Obwohl beide dabei mehrfach feststellen: „Das Niveau ist gesunken. Jetzt ist das Niveau gegangen“, passiert eigentlich genau das nicht. Die Gags sind sinnfrei, aber nicht plump, gelegentlich mit frechen Anspielungen auf Alltagserfahrungen gewürzt. Sie hinterlassen ein Publikum, das beschwingt lächelnd die Halle verlässt.

Werbesprüche

Und wenn man will, kann man das Ende sogar als eine Art von Gesellschaftskritik verstehen. Denn das Außerirdischen-Duo Herr Schröder und Ursula zeigte auf, was passieren kann, wenn man mit dem Zeit-Kontinuum spielt: Man muss alle paar Minuten Werbe-Sprüche aufsagen. Grammels Beschwerde darüber kontert die Puppe mit dem Satz: „Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.“ Und ruft dem entnervten Comedian zum Schluss ins Gesicht: „Dann geh doch zu...!“ Das Publikum brüllt und springt von den Sitzen auf.

Axel Pries
Axel Pries Ostfriesland-Redaktion/Leer
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