Emden - Mit ihrer Einigung auf den „Boots-Pass EJK/NGFK“ haben Behörden und Wassersportverbände offenbar einen Volltreffer gelandet. „Der Boots-Pass wird sehr gut angenommen“, sagte André Grünebast, Pressesprecher des Teams Wassersport Ostfriesland (TWO), auf Anfrage dieser Redaktion: „Das ist wirklich eine tolle Sache.“
Ein Jahr gültig
Der Boots-Pass gilt ein Jahr lang. Wer ihn für 70 Euro kauft – Mitglieder ostfriesischer Motorboot- und Segelvereine zahlen nur 40 Euro –, muss in dieser Zeit bei Fahrten auf dem Ems-Jade-Kanal (EJK) und dem Nordgeorgsfehnkanal (NGFK) keine weiteren Schleusengebühren zahlen. Eine Klebevignette zeigt dem Schleusenpersonal, dass der Pass gekauft wurde. Mitglieder des Deutschen Motoryachtverbandes nutzen dafür eine Flagge. Wer möchte, kann Schleusungen weiter einzeln bezahlen.
Der Pass ersetzt eine alte Pauschalvereinbarung zwischen dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz und dem Regionalverband Segeln Weser-Ems e.V.. Der NLWKN hatte diesen Vertrag 2021 gekündigt und zugleich die Schleusungsgebühren erhöht. Zuvor waren die Gebühren fast 25 Jahre lang unverändert geblieben.
Die Notwendigkeit von Gebührenerhöhungen sahen die Wassersportler ein – nicht aber, dass sie fortan für jede einzelne Schleusung bezahlen mussten. Bei längeren Touren auf dem Ems-Jade-Kanal kamen dabei für Hin- und Rückfahrt schnell deutlich über einhundert Euro zusammen.
Mit der Absicht, Abhilfe zu schaffen und zugleich den gestiegenen Kosten Rechnung zu tragen, setzten sich Vertreter des Landesbetriebes, des Landesverbandes Motorbootsport, des Deutschen Motoryachtverbandes, des Regionalverbandes Segeln Weser-Ems, des Teams Wassersport Ostfriesland und der Ostfriesland Tourismus GmbH zusammen. Ergebnis der Beratungen: der Boots-Pass.
„Fairer Kompromiss“
Aus Sicht des Teams Wassersport Ostfriesland ist der Boots-Pass nicht nur ein fairer Kompromiss, mit dem alle Seiten gut leben können. Die erfolgreiche Zusammenarbeit habe auch dazu geführt, dass die Wassersportorganisationen nun auf einer anderen Ebene mitreden, ist André Grünebast überzeugt.
Der TWO-Pressesprecher hofft, dass sich nun auch bei anderen Problemen mehr erreichen lässt. Eines der größten ist nach wie vor eine rund 150 Meter lange Untiefe im Kleinen Meer, die seit Jahrzehnten ein Hindernis für den Wassersport mit und ohne Motor ist. Bislang scheiterten alle Versuche, die geringfügige Vertiefung durchzusetzen, die das Hindernis entschärfen würde.
