Hinte - Das Essen an Hintes Schulen und in den Kindertagesstätten soll besser werden, auch vielseitigere Angebote stehen auf der Wunschliste. Nur teurer werden darf die Verpflegung möglichst nicht – maximal 50 Cent Aufschlag können sich die Elternvertreterinnen im Ausschuss für Bürgerservice des Gemeinderates vorstellen.
Die Politik schwieg gleich ganz zu dem ausführlich erläuterten Vorschlag der Gemeindeverwaltung, die statt 1,50 Euro pro Mahlzeit künftig gern 3,00 Euro an Schulen und 2,50 Euro an Kitas kassieren würde.
Alle enthielten sich der Stimme; die SPD erwähnte, dass sie noch einmal beraten möchte. Wie die nächste Instanz – der Verwaltungsausschuss – mit der Verwaltungsvorlage umgehen wird, entscheidet sich am Montag.
Für die Verwaltung hatte Sascha Ukena, allgemeiner Vertreter von Gemeindebürgermeister Uwe Redenius, die Kalkulation der künftigen Preise vorgestellt. Das Zahlenwerk hatte die Verwaltung nicht selbst erstellen können, sie stammt vom „Institut für Public Management“ mit Sitz in Berlin. Der Auftrag war 2020 erteilt worden, die genutzten Zahlen stammen demzufolge aus der Zeit vor Ausbruch der Coronapandemie. Und vor allem vor dem Einsetzen der Teuerungswellen und dem aktuell dramatischen Anstieg der Inflation. Was bedeutet: Würden die Berliner Verwaltungsfachleute heute noch einmal berechnen, wie teuer das Essensangebot für die Gemeinde ist – sie kämen auf noch weit höhere Zahlen.
Auch ohne Berücksichtigung dieser jüngeren Entwicklung liegen die Preise, die kostendeckend wären, bei 4,07 Euro (Schulen) und 6,45 Euro (Kitas) je Mahlzeit. „Das wollen wir natürlich nicht verlangen“, stellte Sascha Ukena klar. Auch werde man die zu erwartende Mehreinnahme von rund 130 000 Euro nicht etwa nutzen, um den maroden Gemeindehaushalt etwas freundlicher zu gestalten. Man werde das Geld vielmehr für eine weitere Verbesserung der Qualität nutzen, so Ukena. Über eine deutliche Verbesserung in drei der vier Kindertagesstätten der Gemeinde war zuvor bereits berichtet worden.
Noch nicht umgestellt
Nur die Einrichtung am Alten Heerweg konnte noch nicht auf frisch gekochte Mahlzeiten aus zumindest teilweise regionalen Produkten umgestellt werden. Die Küche dort sei dafür nicht geeignet, hieß es. Das Ziel bei der Verwendung der zusätzlichen Einnahmen – gesetzt den Fall, es gibt doch noch eine Zustimmung – beschrieb Sascha Ukena so: Wir wollen auch in den Schulen einen Qualitätsstandard schaffen, der so ist, dass die Kinder, die aus unseren Kitas in die Schule wechseln, beim Essen keinen Unterschied spüren.“
Bürokratische Zwänge
Dass es darüber hinaus auch bürokratische Sachzwänge gibt, wurde den Politikern ebenfalls deutlich gemacht. So verlangt das Niedersächsische Kommunalabgabengesetz, dass Gebühren alle drei Jahre überprüft werden. Und natürlich, dass sie gegebenenfalls angepasst werden. Was meistens heißt: erhöht werden. Die letzte Anpassung der Preise von Schul- und Kitaverpflegung hatte es 2015 gegeben.
