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Loppersumer Kita-Krippe war mehrere Tage geschlossen Halskratzen nach dem Kampf gegen Silberfische

Silberfischchen und ihre Bekämpfung sorgten in der Kita Hummelburg für eine mehrtägige Schließung.

Silberfischchen und ihre Bekämpfung sorgten in der Kita Hummelburg für eine mehrtägige Schließung.

imago stock&people via www.imago-images.de

Loppersum - Es ging in der Sitzung lediglich um 879 Euro an Gebühren, die die Eltern in Loppersum erstattet bekommen sollen, weil die Krippe der Kindertagesstätte Hummelburg ein paar Tage geschlossen war. Die Geschichte dahinter verursachte aber in dem Dorf doch einige Aufregung: Das war der Kampf gegen kleine Silberfische und eine unvorhergesehene Folgeerscheinung.

Vom 27. September bis zum 4. Oktober musste die Kita geschlossen bleiben, berichtete der stellvertretende Bürgermeister Sascha Ukena in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bürgerservice – wegen eines Schädlingsbefalls, heißt es als Begründung in der Beschlussvorlage. Es ging um Silberfische, erläutert er auf Nachfrage. Die kleinen Insekten gelten als völlig harmlos, seien aber in größeren Mengen in dem Gebäude aufgetreten. „Es ist nicht gefährlich, aber auch nicht schön, wenn die Kinder Silberfische um sich haben.“

Böse Überraschung

Scheue Lebewesen

Das Silberfischchen ist ein lichtscheues Insekt, dessen Name auf seinen silbergrau-schuppigen, stromlinienförmigen Körper zurückzuführen ist. Es ist weltweit verbreitet und feuchtwärmeliebend, lebt in unseren Breiten vor allem in Gebäuden und Haushalten. Die Silberfischchen sind im Normalfall harmlos. Ein extremer Befall kann auf ein Feuchtigkeits- und Schimmelproblem hindeuten; Silberfischchen sind ein Warnsignal, da sie sich unter anderem von Schimmelpilzen ernähren. Außerdem fressen sie Hausstaubmilben, die beim Menschen Allergien auslösen können. Insofern kann man sie auch als Nützlinge betrachten.

Die Gemeinde habe daraufhin eine Fachfirma beauftragt, die kleinen Tierchen zu bekämpfen. Das sei Ende September auch geschehen, aber dann gab es eine böse Überraschung: Am ersten Tag nach der Bekämpfung hätten Kinder über einen kratzenden Hals geklagt. Nach einem Kontrollbesuch vor Ort habe die Gemeinde 20 Kinder der Krippe und auch Mitarbeiterinnen sofort nach Hause geschickt. „Wir wollten kein Risiko eingehen“, erklärt Sascha Ukena. Das bedeutete für die betroffenen Eltern einigen Mehraufwand, weil die Gemeinde so kurzfristig keinen Betreuungsersatz anbieten konnte.

Eine Reinigungsfirma wurde beauftragt, das Gebäude von eventuellen Rückständen der Substanz zur Schädlingsbekämpfung zu reinigen, und dann seien noch Proben der Luft genommen worden, um sicherzustellen, dass keine reizenden Gase vorhanden sind. Nach fünf Tagen Schließung konnten die Kinder in die Hummelburg zurückkehren.

Erstattung der Beiträge

Für den Betreuungsausfall, so der Antrag der Gemeinde, sollten die Eltern keine Beiträge zahlen, denn es handele sich um einen außergewöhnlichen Schadensfall, für den die Satzung eine Aussetzung der Beitragszahlung erlaubt. Damit hatten alle Ausschuss-Mitglieder kein Problem und empfahlen dem Gemeinderat einstimmig, den Betrag auszuzahlen. Ein Problem ist derweil nicht gelöst: In der Kita gibt es nach wie vor Silberfische, aber es sind nun immerhin weniger.

Axel Pries
Axel Pries Ostfriesland-Redaktion/Leer
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