Emden - Was für eine starke Saison vom Emder Speedwaytalent Elyas Dirksen. Im Rahmen der Meisterschaft der norddeutschen Bahnserie (NDBM) landete der junge Fahrer am Ende auf dem zweiten Platz. Und auch beim sogenannten Bundesendlauf im ostwestfälischen Neuenknick fuhr der Achtjährige auf einen starken dritten Platz. Seine Großeltern, Dirk Dirksen und Anja Dirksen-Hellwig, fassen die Saison jeweils in einem Wort zusammen: „Super“, sagt sein Mentor und Opa, „gigantisch“, seine Oma.
Vor dem Saisonhöhepunkt in Neuenknick startete Elyas Dirksen in Meißen – dort zum ersten Mal in seiner jungen Karriere. „Das war schon ein tolles Erlebnis, der Veranstalter hat beispielsweise die kleinen Fahrer alle vorgestellt“, sagte Dirk Dirksen. Und Elyas Opa ist sich sicher: „Da werden wir auch 2023 hinfahren.“ Es ist der letzte Lauf der Serie vor dem Bundesendlauf.
Der junge Emder war in Meißen voll bei der Sache. Im ersten Lauf hat er sich mit seinem Dauerkonkurrenten Kaylan Holstein einen ordentlichen Kampf mit ständig wechselnder Führung geliefert. Und im Ziel hat es dann gefühlt eine Ewigkeit gedauert, bis das Zielfoto ausgewertet war – Holstein auf Platz eins, Dirksen auf zwei. Der Ehrgeiz des Emders wird in solchen Fällen noch einmal angestachelt. Mit drei starken weiteren Läufe holte sich Elyas Dirksen am Ende den ersten Platz mit 19 Punkten, einen Punkt unter der Höchstpunktzahl. Damit war auch klar, dass Dirksen in der NDBM-Serie auf Gesamtplatz zwei steht.
Die 500 ccm-Maschine lief nicht rund
Eine Woche vor dem Bundesendlauf gab es (ebenfalls in Neuenknick) eine Trainingsveranstaltung, den sogenannten Leistungsvergleich. Beim Einfahren merkte der junge Emder schon, dass seine 50ccm-Maschine nicht rund läuft. „Ich habe dann die Übersetzung geändert“, so Mechaniker Dirk Dirksen. Das half auch nicht. „Motor? Kolben? Kolbenring? Die Überholung wollte ich eigentlich im Winter machen.“ Im Stechen um den zweiten Platz musste Elyas Dirksen seinen Gegner ziehen lassen.
In der einwöchigen Pause zerlegte Dirk Dirksen die Maschine. „Eigentlich ist die Anlage bei unserem Heimatverein, dem MSC Moorwinkelsdamm, bereits dicht. Aber die haben alles möglich gemacht, dass wir da testen konnten.“ Dirk Dirksen ist voll des Lobes über die Unterstützung beim MSC. In der zweiten Runde lief die Maschine wieder nicht rund. Also zerlegte der Opa noch einmal alles. Erst lief die Maschine im Training spitze, in der 2. Runde ließ die Leistung wieder nach.
„Ich habe noch einiges probiert, noch einmal die Kupplung gemacht.“ Und dann ging es nach Neuenknick. „Dort lief die Maschine, nicht wie gewohnt, aber er konnte die Rennen fahren. Am Ende wurde er Dritter, hatte Punkte für das Finale geholt.“ Und dort kam dann die Schrecksekunde für die Großeltern. Elyas Dirksen „machte sich lang“ und landete im Krankenwagen. „Das hat ihn voll genervt, aber der Arzt gab ganz schnell Entwarnung, dass nichts passiert ist“, so Dirk Dirksen.
Elyas hat jetzt mehr Zeit fürs Fußballspielen
Jetzt hat Elyas Mechaniker viel Zeit, die Maschine noch einmal zu zerlegen und dann fit zu machen für die neue Saison. „Anfang, Mitte März können wir in Moorwinkelsdamm sicher wieder trainieren.“
Elyas Dirksen hat jetzt mehr Zeit für den Fußball, er spielt in der Jugend bei Spiel und Sport Emden. Und er hat zudem noch einen wichtigen und besonderen Termin am 19. Dezember. Dann ist in Werlte die Siegerehrung für die NDBM-Serie.
