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Emder Nachhaltigkeitspreis Idee: Kleine Windräder für die Schöpfwerke

Lokalredaktion
Hochschul-Vizepräsident Professor Dr. Sven Steinigeweg (l.) und Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Ackermann (r.) gratulierten den beiden Preisträgern Uwe Aden (2. v. l.) und Sören Ottjes.

Hochschul-Vizepräsident Professor Dr. Sven Steinigeweg (l.) und Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Ackermann (r.) gratulierten den beiden Preisträgern Uwe Aden (2. v. l.) und Sören Ottjes.

Hochschule Emden/Leer

Emden - Kann man mit kleinen Windkraftanlagen dezentral gelegene Schöpfwerke betreiben? Dieser Frage gingen die beiden Studenten Uwe Aden und Sören Ottjes von der Hochschule Emden/Leer nach. In ihrer Projektarbeit „Entwässerung durch Kleinwindkraftanlagen“ haben sie sich mit dem Thema befasst und für ihre Arbeit den mit insgesamt 1000 Euro dotierten 2. Emder Nachhaltigkeitspreis der Stadtwerke Emden erhalten. Der Preis wurde am Dienstag in den Räumen der Stadtwerke verliehen. Das teilte die Hochschule mit.

Sielen wird stetig schwieriger

In ihrer Arbeit haben Aden und Ottjes, die an der Hochschule Elektrotechnik im Praxisverbund studieren, ein hochaktuelles Thema aufgegriffen. Der durch den Klimawandel bedingte Anstieg des Meeresspiegels führt zu einem steigenden Bedarf an Pumpleistung, um die Region Ostfriesland, die zum großen Teil unterhalb des Meeresspiegels liegt, zu entwässern. „Das Sielen wird damit stetig schwieriger, daher bedarf es Konzepten, um die künftige Entwässerung möglichst nachhaltig zu gestalten“, erklärt der betreuende Professor Johannes Rolink die Motivation hinter der Arbeit seiner Studierenden. Unterstützt wurden sie vom Ersten Emder Entwässerungsverband.

Windkraft-Strom für die Siele

Konkretes Ziel der Projektarbeit war es, zu untersuchen, ob dezentral gelegene Schöpfwerke des Entwässerungsverbandes Emden technisch sinnvoll über vor Ort installierte Kleinwindkraftanlagen elektrisch versorgt werden können. Dazu wurden auch die Standorte bewertet und die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens untersucht. Uwe Aden und Sören Ottjes entwickelten ein Modell, das das niederschlagsabhängige Pumpverhalten der Schöpfwerke mit dem Energieangebot des Windes koppelt und somit Antworten auf ihre ursprüngliche Frage lieferte. „Das Thema Nachhaltigkeit hat für uns als regionaler Energieversorger eine besondere Bedeutung. Es ist die Herausforderung der Gegenwart für Lösungen in der Zukunft“, so Manfred Ackermann, Geschäftsführer der Stadtwerke Emden.

Projekt aktuell noch nicht wirtschaftlich

Der Einsatz der Anlage stellte sich im Projekt zunächst als nicht wirtschaftlich heraus. Jedoch betonten Ackermann wie auch Professor Dr. Sven Steinigeweg, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer an der Hochschule, dass gerade vor dem Hintergrund der durch den Ukraine-Krieg beeinflussten Versorgungssituation künftig andere Schwerpunkte gesetzt werden müssten. Zudem seien die mit dem Betrieb von Kleinwindkraftanlagen verbundenen, spezifischen Kosten derzeit noch sehr hoch. „Da muss die Politik nachsteuern“, betonte Rolink. Und: „Auch wenn die Arbeit gezeigt hat, dass der gewählte Ansatz nicht wirtschaftlich realisierbar ist, liefert sie dennoch wichtige Erkenntnisse darüber, welche Rahmenbedingungen eine Erzeugungstechnologie erfüllen muss, um bei Schöpfwerken eingesetzt zu werden“, so Professor Dr. Michael Schlaak vom Jury-Team.

Ressourcenschonung im Blick

Die Jury bestand in diesem Jahr aus den Professoren Dr. Annika Wolf, Dr. Lena Kaiser, Dr. Marc Hanfeld, Dr. Michael Schlaak sowie von der Stadt Jann Gerdes und Andreas Polle von den Stadtwerken Emden. Sie hoben zum einen die Berücksichtigung der Themen Ressourcenschonung, erneuerbare Energien, Klima- und Naturschutz sowie regionale Wirtschaft und die Kopplung von wasser- und energiewirtschaftlichen Aspekten sowie die damit erforderliche Einarbeitung der Studierenden in das für sie fachfremde Gebiet der Wasserwirtschaft hervor.

Der Nachhaltigkeitspreis der Stadtwerke wurde erstmals im vergangenen Jahr für Studierende der Hochschule ausgeschrieben. Wie Anna Gerritzen, Koordinatorin für Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung, im Namen der siebenköpfigen Fachjury aus Professoren und regionalen Nachhaltigkeitsexperten betonte, seien insgesamt zwölf von der Jury als sehr hochwertig beurteilte Arbeiten eingereicht worden, die eine große thematische Bandbreite aufwiesen.

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