Hinte - Ein Foto? Wo lässt sich ein Foto machen? Am besten am „Konfirmanden-Baum“, schlägt Steffi Sander vor. An dem Baum im Garten der Kirchengemeinde hat die Pastorin so oft mit Jugendlichen auf spaßvolle Weise Bibelverse gelernt. In diesem Jahr zum letzten Mal, denn Steffi Sander verlässt Hinte im Sommer – zumindest beruflich. Nach fast genau elf Jahren als Pastorin der Kirchengemeinde tritt sie eine Stelle an der Spitze der Evangelisch Reformierten Kirche Deutschlands an.
„Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen“, versucht die 44-Jährige sich an einer Erklärung für den Wechsel. Als Pastorin hat sie sich in der Gemeinde mit ihrem seelsorgerischen Engagement und ihrer Kreativität gerade in der Corona-Krise einen guten Namen gemacht, als Organisatorin in Diensten der Landeskirche auch darüber hinaus. Da war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis ein gutes Angebot die Pastorin anspricht.
Angebot ausgeschlagen
Tatsächlich habe sie in den vergangenen beiden Jahren verschiedene Job-Angebote aus unterschiedlichen Richtungen bekommen, erzählt Steffi Sander. „Die habe ich immer sehr schnell ausgeschlagen. Es passte nicht so richtig, und es war auch nicht die Zeit zum Gehen.“
Aber diesmal. Anfang des Jahres sprach Dr. Susanne Bei der Wieden die Hinteranerin an. Die erst frisch ins Amt eingeführte Kirchenpräsidentin suchte eine persönliche Referentin, die ihr organisatorisch den Rücken freihält, und dabei fiel ihr Steffi Sander auf, die seit dem Jahr davor auch Mitglied im Moderamen der Gesamtsynode war – sprich: im geschäftsführenden Vorstand der Kirche.
„Die Zeit ist gekommen“
Diesmal habe es besser gepasst, erzählt die Pastorin: „Inhaltlich sprach mich die Aufgabe gleich an. Und jetzt ist auch die Zeit gekommen. Ich habe bald das elfte Jahr in dieser Gemeinde rum.“ Dennoch sei es ihr sehr schwer gefallen, sich für die Landeskirche in Leer zu entscheiden, weil es doch so viele persönliche Bindungen in der Gemeinde gebe, so viele gute Erinnerungen an Aktivitäten und Erlebnisse mit den „Schäfchen“ ihrer Gemeinde. „Ich habe eine wirklich gesegnete Zeit gehabt. Ich habe jeden Tag etwas Neues erlebt, und ich liebe die Aufgabe als Pastorin. Deshalb ist es mir so schwer gefallen, mich dagegen zu entscheiden.“ Die Zeit in Hinte habe sie geprägt: „Ich bin hier echt erwachsen geworden.“ Aber auch: Jeden Tag an der Spitze der Gemeinde zu stehen, immer initiativ aktiv sein zu müssen, sei sehr anstrengend. Nun warte wieder eine anspruchsvolle Aufgabe auf sie, meint Steffi Sander. Aber: „Ich freue mich darauf, auch mal in der zweiten Reihe tätig zu sein.“
Wohnort weiter in Hinte
Trotz des beruflichen Wechsels zur Landeskirche werde sie der Gemeinde ja nicht ganz verloren gehen, versucht Steffi Sander sich in Trost. Die Familie muss das Pfarrhaus zwar verlassen, will dem Sohn zuliebe aber in Hinte bleiben – ganz entgegen der Tradition, dass Geistliche nach dem Ausscheiden erst einmal das Gemeindegebiet verlassen, um Abstand zu bekommen. Sie sei ja in Leer gut beschäftigt und habe eher wenig Zeit, sich in Hinte noch einzumischen.
Für die Gemeinde hat Steffi Sander noch eine gute Nachricht: Ihre Stelle soll komplett wieder besetzt werden. „Ich wünsche mir, dass das schnell geschieht.“.
