Emden - Wie wird der Verkehr zukünftig in der Neutorstraße geregelt? Eine Antwort darauf lässt noch auf sich warten. Die Emder müssen sich gedulden. Frühestens im kommenden Frühjahr soll der Rat abstimmen, wie und wer auf dem kleinen Stück zwischen Agterum und neuem Rathaus in Zukunft fahren darf, oder ob dieser Bereich ganz und gar in eine Fußgängerzone umgewandelt wird. Eines ist jedoch schon heute klar: „Die Neutorstraße ist in einem so schlechten Zustand, dass wir sie sanieren müssen“, sagte Emdens Stadtbaurätin Irina Krantz im Stadtentwicklungsausschuss.
Neue Hausanschlüsse
Die Sanierung wird sich jedoch auf die Oberfläche konzentrieren können. Durch den „Einsatz und das Geschick“ der Beschäftigten im städtischen Bau- und Entsorgungsbetrieb sei es möglich gewesen, so Krantz, dass die alte und nicht mehr in allen Teilen funktionstüchtige Kanalisation bereits instand gesetzt wurde, und zwar durch ein Verfahren, bei dem nicht der gesamte Straßenbelag aufgerissen werden musste.
Jetzt werden demnächst noch die Hausanschlüsse erneuert werden müssen. Die Sanierung der Fahrbahndecke wird wahrscheinlich erst 2024 umgesetzt werden können, da die Arbeiten europaweit ausgeschrieben werden müssen. Doch bevor dies losgeht, ist zunächst zu klären, wie und von wem die Straße genutzt werden darf.
Verschiedene Positionen
Daran sollen auch die Bürger beteiligt werden. Der erste Aufschlag dafür ist beim Neujahrsempfang der Stadt geplant. Wie die Beteiligung dann weiter aussehen könnte, steht offenbar noch nicht fest. Auf jeden Fall wollen die Ratsmitglieder besser und umfänglicher informiert werden. „So, wie das mit der blauen Farbe auf der Fahrbahn passiert ist, sollte es nicht noch einmal geschehen. Das gesamte Verfahren muss für den Rat und für die Bürger äußerst offen und transparent sein“, sagte SPD-Fraktionsvize Harald Hemken. Geschehe dies nicht, stünden vor allem wieder die Ratsmitglieder in der Kritik.
Deutlich wurde auch im Ausschuss, dass die Ansichten über die Verkehrsführung in der Neutorstraße unterschiedlich sind, teilweise auch innerhalb der einzelnen Fraktionen. Da reichen die Vorstellungen von kompletter Sperrung für Autos und Räder bis hin zur Öffnung für den Auto- und Radverkehr in beiden Richtungen. Einig war man sich darin, dass alle Fraktionen nicht ausreichend informiert wurden. Hier versprach Krantz Besserung. Und auch Stadtplaner David Malzahn kündigte an, dass Rat und Bürger besser informiert werden sollen.
Malzahn erklärte auch, warum Blau aus Sicht der Stadt die richtige Farbe für eine Fahrradstraße ist: „Diese Farbe ist noch nicht besetzt. Rot heißt Gefahr, Gelb Achtung, Grün wird für Elektromobilität genutzt und Blau bei uns, wie auch in Tübingen oder Konstanz, für Fahrradstraßen.“ Es bleibe im Übrigen jeder Kommune selbst überlassen, welche Farbe sie wähle. Da gebe es keine Vorschriften.
