Emden - Es ist eine der entscheidenden Fragen im Streit um die Größe der Mülltonnen in Emden: Führen großvolumige Behälter, die von mehreren Mietern genutzt werden, zwingend zu mehr Sauberkeit in der Umgebung? Der Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE) hat in der Diskussion um den Tonnentausch in Barenburg kürzlich mit „Ja“ geantwortet. Betroffene Mieter wie der 96-jährige Heinz Mammen sehen das anders: „Bei uns war es rund um die kleinen Tonnen immer sauber“, stellte er kürzlich im Gespräch mit der Emder Zeitung fest.

Seine Erklärung: „Es liegt nicht an der Größe der Tonne, sondern an der Disziplin derjenigen, die die Tonnen benutzen.“ Belege für diese Einschätzung fänden sich an vielen Stellen im Stadtteil, so Mammen und seine Nachbarn. Und wer genau hinsieht, kann nur zu einem Ergebnis kommen: Die Mieter haben recht.

Eine Fahrt durch den Stadtteil belegt das am Dienstag. Kleine Tonnen – die ein genaues Wiegen der individuellen Restmüllmenge erlauben – stehen nach wie vor vor vielen Barenburger Mietshäusern. Mal sauber aufgereiht, mal kunterbunt durcheinander gewirbelt. Vor einem Haus ist es rund um die Tonnen picobello sauber, einen Eingang weiter herrschen chaotische Zustände. Blaue und gelbe Säcke liegen neben den Tonnen. Einige aufgerissen, andere mit Sperrmüll garniert.

Und wie sieht es dort aus, wo die großen, 1100 Liter fassenden Behälter den Mietern aufgezwungen wurden – von den Vermietern, nicht vom BEE? Ganz genau so. Mal ist es ordentlich, mal zum Weglaufen. Wobei der Eindruck entsteht, dass man mit den Müllcontainern durchweg ruppiger umgeht als mit den kleinen 120-Liter-Tonnen. Da wird dann auch mal ein riesiges Stück Styropor mit Gewalt in den schon vollen Kübel gedrückt – der Deckel bleibt dabei natürlich auf der Strecke. Auch nicht schön: Ein kompletter Fahrradrahmen, der aus einem großen grauen Behälter ragt. Was mit solchen Gefäßen geschieht? Sie werden nicht geleert und bekommen einen erklärenden Aufkleber. Wie die 120-Liter-Tonnen auch.

Dass ordentliche Benutzer sowohl der kleinen Tonnen als auch der großen Behälter weit in der Überzahl sind, soll nicht verschwiegen werden: Müllnester sind die Ausnahme. Aber es gibt sie – unabhängig von den Tonnengröße.

Alf Hitschke
Alf Hitschke Emder Zeitung