Emden - Eine elektronische Verkehrsüberwachung mit sogenannten Blitzern in der Nordertor- und in der Friedrich-Ebert-Straße, ein generelles Durchfahrtverbot für schwere Lastwagen sowie eine Zufahrt nur für Anwohner und Kunden. Das sind einige der Forderungen, die der Bürgerverein Groß-Faldern jetzt aufgestellt hat. Er reagiert damit erneut auf die nach wie vor umstrittenen Verkehrsexperimente in der Emder Innenstadt, speziell in der Neutorstraße, die nach Ansicht des Vorstandes in den vergangenen Monaten zu einer „inakzeptablen Verkehrssituation“ in Faldern geführt habe. In einem Brandbrief an Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) stellt sich der Bürgervereins-Vorstand um den Vorsitzenden Gregor Strelow ausdrücklich hinter die Forderungen einer Bürgerinitiative im Stadtteil.
Gemeinsamkeiten mit Anwohner-Initiative
Die Vorschläge des Bürgervereins decken sich im Kern mit den Vorschlägen der Initiative von Anwohnern der Friedrich-Ebert-Straße und der Nordertorstraße. Die hatten sich zuletzt noch einmal über diese Zeitung an die Öffentlichkeit gewandt, um auf den zugenommenen Verkehr, auf die erhöhte Lärmbelästigung und auf die zunehmenden Gefahren für Fußgänger und Radfahrer in den beiden Straßen hinzuweisen. Sie sehen die Hauptursache für die Verschlechterungen in ihrem Wohnviertel in den verschiedenen Verkehrsversuchen in der Innenstadt, vor allem in der Neutorstraße. Diese war seit dem vergangenen Jahr zunächst nur in nördlicher, derzeit nur in südlicher Richtung befahrbar. Der Verkehr in die jeweils andere Richtung musste sich Alternativen suchen, unter anderem in der Friedrich-Ebert-Straße.
Gesamtverkehrskonzept wird eingefordert
Und die Versuche gehen ja noch weiter. Sie sollen später auch noch auf die Straße am Delft ausgeweitet werden. Das Ziel der Verwaltung ist, den Autoverkehr durch die Innenstadt zu reduzieren, um diese dann für Fußgänger attraktiver zu machen. Bis dahin wird aber noch kräftig gezählt – zum Beispiel wie viele Autos nun woanders ihren Weg suchen.
Damit das alles aber nicht an den Anwohnern der Nordertor- und Friedrich-Ebert-Straße hängenbleibt, fordert der Bürgerverein Groß-Faldern ein Gesamtverkehrskonzept, das unter anderem auch eine Verbesserung der Ampelschaltung am neuralgischen Knotenpunkt Agterum/Neutorstraße mit einschließt.
„Die Stadtteile Klein- und Groß-Faldern dürfen im Hinblick einer Verbesserung der Attraktivität unserer Innenstadt nicht die Leidtragenden sein und die Stimmen aus den Stadtteilen sollten nicht ungehört verhallen“, betont der Bürgerverein und fordert zudem, besser in die Planungen eingebunden zu werden. Antwort des OB: „Wir nehmen Ihre Einlassungen sehr ernst und laden gern zeitnah zu einem Dialog ein.“
