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Notfallplan für Krisenzeiten So bereitet sich Emden auf einen möglichen Stromausfall vor

Wenn der Strom über einen längeren Zeitraum ausfällt, sollte man vorbereitet sein. Emden hält dafür einen Notfallplan vor.

Wenn der Strom über einen längeren Zeitraum ausfällt, sollte man vorbereitet sein. Emden hält dafür einen Notfallplan vor.

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Emden - Deutschlands Stromversorgung gehört zu den sichersten in Europa, versichert zumindest der Bund. Trotzdem wird die Wahrscheinlichkeit eines länger andauernden Stromausfalls diskutiert. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dazu, angetrieben auch durch den Ukraine-Krieg, Stresstests bei Übertragungsnetzbetreibern (zum Beispiel Amprion und TenneT) in Auftrag gegeben. Fazit: Stromausfälle sind in Deutschland nichts Ungewöhnliches und weiterhin möglich (2020 hatten die Bundesbürger durchschnittlich elf Minuten im ganzen Jahr keinen Strom); ein tagelanger Blackout hingegen gilt als unwahrscheinlich. Trotzdem rückt die Vorbereitung auf solche Notfälle verstärkt ins Blickfeld.

Wie ist die Stadt Emden auf einen großen Stromausfall vorbereitet? Wie würde sie reagieren? Wir haben nachgefragt.

Gibt es für Emden einen Strom-Notfallplan ?

Ja, ein solcher Plan ist vorhanden. In diesem Plan sind laut Verwaltung Standorte für Notstromaggregate aufgelistet, ferner Zuständigkeiten und Kontaktdaten zur Beschaffung von Gerät und Material. Gefährdete Bereiche sind dort aufgeführt, Ablaufpläne, Verteilpläne für vorhandene Aggregate, Angaben zu Treibstoffvorrat/-beschaffung und Einsatztaktiken.

Existieren für Emden KAT-Leuchttürme ?

Solche Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger im Katastrophenfall (zum Beispiel als Infopunkt und Platz zum Aufwärmen) gibt es. Sie befinden sich in den Feuerwehrhäusern Stadtmitte, Wybelsum/Logumer Vorwerk, Widdelswehr/Petkum, Uphusen/Marienwehr, Borssum, Twixlum und Larrelt sowie in der Feuerwehrwache in der Brückstraße, außerdem in der Nordseehalle (alternativ Früchteburgschule). In solchen Notfällen informiert die Stadt über die KATWARN-App, Lautsprecherfahrzeuge, soziale Medien, Printmedien und Hörfunk.

Liegt ein Masterplan Katastrophenschutz vor ?

Einen solchen Masterplan gibt es explizit nicht. Zuständig für den Katastrophenschutz sind prinzipiell die Länder. Ausführende vor Ort sind die Landkreise und kreisfreien Städte. Katastrophenschutz ist also eine Aufgabe des übertragenen Wirkungskreises. In den Kommunen werden im Notfall Katastrophenschutzstäbe gebildet, die beispielsweise bei einem Strom-Blackout tätig werden. Die Stadt Emden bereitet seit Monaten eine größere Informationskampagne zum Thema Bürgerschutz vor. Näheres dazu soll in Kürze bekanntgegeben werden.

Handelt die Stadt im Notfall allein? ?

Nein, in allen Themen des Katastrophenschutzes steht die Verwaltung – konkret: der Katastrophenschutzstab – „im ständigen Austausch mit den Landkreisen in Ostfriesland“, teilte die Stadt mit.

Wie ist der konkrete Ablauf im Notfall ?

Einrichtung des Katastrophenschutzstabes (die Entscheidungen werden aus dem Stab heraus getroffen), Besetzung der KAT-Leuchttürme, Nutzung des Katastrophenschutzplanes und des Sonderplans Stromausfall, Sicherstellung des Grundschutzes und Erstellung von Prioritäten, welche Maßnahmen vorrangig zu ergreifen sind. Unter Grundschutz sind Feuerwehr und Rettungsdienst zu verstehen. Bei einem Blackout gibt es Gefahrenquellen, die die Rettungseinrichtungen beeinflussen können (z. B. verstopfte Straßen, Ausfall von Ampelanlagen, Telefonausfall, stehengebliebene Fahrstühle). Trotz dieser Einflüsse muss also der Grundschutz gewährleistet bleiben.

Was sollte jeder Bürger im Notfall tun ?

Im Katastrophenfall, also auch bei einem längeren und nicht nur kurzfristigen Stromausfall, sollte das batteriebetriebene Radio eingeschaltet und in den regionalen Sendern auf Hinweise geachtet werden. Vor allem sollte jeder für einen Blackout gewappnet sein. Das Bundesamt für Bürgerschutz und Katastrophenhilfe hat eine Liste erstellt, welche Dinge in Haus oder Wohnung stets vorhanden sein sollten, um einen längeren Stromausfall zu meistern. Diese Liste reicht von einer Taschenlampe über Streichhölzer und Kerzen bis zum Radio und warmer Kleidung.

Axel Milkert
Axel Milkert Emder Zeitung (Leitung)
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