Emden - Die Retter waren schnell vor Ort – aber in diesem Fall hatten sie keine Chance: Der 69 Jahre alte Autofahrer aus Sandhausen, der am Donnerstag gegen 13.45 Uhr von der Brücke an der Borssumer Schleuse stürzte, starb trotz intensiver Reanimationsmaßnahmen noch an der Unfallstelle. Gut 5,30 Meter geht es an dieser Stelle in die Tiefe. Auto und Anhänger landeten in einem riesigen Brombeerbusch. Möglicherweise wäre das Gespann ohne dieses Hindernis ins Wasser gerutscht.
Für Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei sowie den Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden (BEE) begann mit der Unfallmeldung ein Großeinsatz. Die letzten Kräfte konnten die Unfallstelle erst gegen 17.30 Uhr verlassen. Sowohl die Versorgung des Unfallopfers als auch die Unfallaufnahme und die Bergung wurden durch die scharfstacheligen Brombeergewächse erheblich erschwert.
Gesundheitliche Probleme
Ursache des Unfalls ist nach einer ersten Einschätzung der Polizei ein gesundheitliches Problem des 69-Jährigen, der allein im Auto saß. Der Mann war mit seinem Auto, einem Kombi der Marke Citroen mit Anhänger, aus der Straße Zum Nordkai nach links auf die Petkumer Straße abgebogen. Nach wenigen Metern Fahrt in Richtung Stadtmitte scherte er nach links aus und überquerte die Gegenfahrbahn. Er fuhr über Bordstein und Bürgersteig hinweg, dann durchbrach das Auto das Brückengeländer und stürzte in die Tiefe. Da es mehrere Meter von der Brücke entfernt landete, kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Mann unbewusst Gas gegeben hat.
Die Retter bargen das Unfallopfer aus dem schwer beschädigten Fahrzeug. Der Versuch, ihn zu reanimieren, blieb ohne Erfolg.
Schwierig und langwierig war die Unfallaufnahme durch die Polizei. Das Brombeergestrüpp, in dem das Unfallfahrzeug lag, machte das Anbringen von Markierungen zu einer kniffeligen Arbeit – und das bei rund 30 Grad Lufttemperatur.
Gegen 16.45 Uhr konnten die Bergungsfachleute des Unternehmens „HC Nutzfahrzeug- und Transportservice Emden GmbH“ Ketten und Gurte anbringen – zunächst wurde der Anhänger die Böschung hochgezogen, dann der Kombi.
Neugierige stören
Die Abbiegespur der Petkumer Straße in Richtung Hafen blieb während der Arbeiten gesperrt, die Hafenzufahrt war aber passierbar. Größere Verkehrsbehinderungen blieben dadurch aus. Mehrfach mussten die Polizistinnen und Polizisten Neugierige von der Unfallstelle fernhalten. Mitarbeiter des BEE leiteten weit vor der Unfallstelle Fußgänger und Radfahrer auf die andere Straßenseite um, später verschlossen sie die Lücke im Geländer. Die Feuerwehrkräfte unterstützten bei der Bergung des Unfallopfers Notarzt und Rettungsdienstmitarbeiter.
