Hinte - So hatte sich der TuS Eintracht Hinte sein erstes Heimspiel auf oberer Kreisebene seit 2013 ganz sicher nicht vorgestellt. Mit 0:2 unterlag der Aufsteiger in die Fußball-Ostfrieslandliga dem Holter SV. Eine Niederlage, die unglücklich zustande kam, die aber trotzdem in Ordnung ging. Denn Holte, für manche ein Geheimfavorit der Liga, war auf dem Kunstrasen über die Partie betrachtet immer ein Stück schneller, spritziger, wacher.
Wie sah der Matchplan vom TuS Hinte aus ?
Der Matchplan für die in letzter Zeit erfolgsverwöhnten Hinteraner sah vor, aus einem flexiblen 4-1-3-2 heraus die Gegner früh unter Druck zu setzen und nach Balleroberungen schnell den Weg zum Tor zu suchen. Der Plan ging bei hochsommerlichen Temperaturen nicht auf, weil das Team von Coach Matthias Voss auf einen Holter SV traf, der hervorragend eingestellt war und seinerseits die Hausherren frühzeitig anlief und störte. So entwickelte sich eine Partie, die lange Zeit als extrem ausgeglichen bezeichnet werden konnte. Torchancen blieben Mangelware, auch wenn beide Teams streckenweise starke Phasen hatten. Im weiteren Spielverlauf allerdings kippte das Pendel zunehmend auf die Seite der Gäste aus dem Kreis Leer.
Warum gerieten die Gastgeber ins Hintertreffen ?
Einerseits, weil Hinte sich im Defensivverhalten immer wieder zu Unkonzentriertheiten hinreißen ließ, was der erfahrene Gegner nicht nur beim 0:1 durch Thore Marks (62.), als der Holter sich das Leder im Strafraum in aller Ruhe zum Einschießen zurecht legen konnte, clever ausnutzte. Andererseits blieb der eigene Spielaufbau zu oft Stückwerk; Flanken fanden keinen Abnehmer, Dribblings endeten am dritten oder vierten Gegenspieler, Fernschüssen fehlte die Wucht. Und zu allem Überfluss unterliefen dem Auricher Schiedsrichter Torsten Hagena in der Schlussphase auch noch zwei dicke Patzer: erst verwehrte er der Eintracht einen glasklaren Elfmeter (Cedric Wassug hatte seinen Gegenspieler sehenswert versetzt und wurde von hinten umgesenst, 80.), dann schaute er kurz danach großzügig über eine verbotene Rückgabe an Holtes Keeper Jonas Follrichs hinweg. Die Partie war zu dem Zeitpunkt allerdings bereits entschieden.
Warum war Hintes Trainer Matthias Voss angefressen ?
Während das Heimteam nach dem ausgebliebenen Strafstoßpfiff noch konsterniert war, hatte Lukas Gosch den Ball von Höhe des Mittelkreises einfach mal aufs Tor gezimmert. Hintes Nummer 1, Daniel Dietrich, konnte nur noch verdutzt schauen – 0:2 (81.). Entsprechend angefressen zeigte sich Hintes Trainer Matthias Voss nach Abpfiff und sprach von einer verdienten Niederlage. „Wir haben nicht umsetzen können, was wir uns vorgenommen haben. Holte hat uns gezeigt, wie man in der Ostfrieslandliga spielen muss.“ Sein Team müsse sich klarmachen, dass in dieser Liga immer einhundert Prozent gegeben werden müssten, „der Unterschied zur Ostfrieslandklasse ist schon enorm.“
Muss man sich Sorgen machen um die Eintracht ?
Sorgen muss man sich um den TuS Eintracht Hinte wohl nicht machen. Beim 1:1 in Borssum hatten die Schwarzen bereits bewiesen, dass sie mehr als nur mithalten können, dazu fehlten am Sonntag mit Philipp Pupkes, Jörgen Klingenberg, Thorsten Flessner und Janek Grünebast gleich vier Stammspieler aufgrund von Urlaub. Dass man sich nach neun Jahren auf Kreisklassen-Ebene erst an das deutlich höhere Niveau in der Ostfrieslandliga, die ja deutlich mehr ist als nur eine Kreisliga, gewöhnen muss, ist auch klar. Mit Matthias Voss hat die Eintracht dazu einen echten Erfolgsarchitekten an der Seitenlinie, der sowohl menschlich als auch sportlich überzeugt.
Ein weiterer Pluspunkt ist der Kunstrasen am Standort Bleskewerg, der optimale Spiel- und Trainingsbedingungen bietet und spartenübergreifend ein Magnet ist für Sportler.
TuS Eintracht Hinte: Daniel Dietrich – Yannis Hiahemzizou, Kevin-Patrick van Grieken, Roman Dirksen, Ajo Rehn, Pasquale Gerjets, Duncan Brümmer, Mustafa Hammad, Mirko Oltrop, Juri Kiefel, Patrick Poppen (Cedrig Wassug, Jannis Tillmann, Arnold Garen, Jan-Malte Berisha)
Tore: 0:1 Marks (62.), 0:2 Gosch (81.)
Schiedsrichter: Torsten Hagena (Aurich) mit seinen Assistenten Henning Kessemeier und Holger Gerdes
