Emden - Mehr als 130 Mitgliedsbetriebe der ostfriesischen Industrie- und Handelskammer pflegen geschäftliche Kontakte mit Russland beziehungsweise der Ukraine. Zwei Emder Unternehmen gehören dazu: die FRIMA GmbH & Co.KG und die OMAG Maschinenbau GmbH, beide Hersteller von Maschinen zur Fertigung von Betonsteinen. Speziell FRIMA hat in den vergangenen Jahren vier solcher Maschinen an ukrainische Kunden geliefert, wie Geschäftsführer Onno Fritzen auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte.

Alle vier Maschinen befinden sich an vier unterschiedlichen Orten, unter anderem in Charkiv, der zweitgrößten Stadt des Landes. Von dort wurden zuletzt heftige Straßenkämpfe zwischen russischen und ukrainischen Kräften gemeldet. Die Stadt war im Zweiten Weltkrieg zwischen 1941 und 1943 Schauplatz von Kampfhandlungen zwischen der Wehrmacht und der russischen Armee. Weitere FRIMA-Anlagen befinden sich in Tscherkassy und in Bohuslav (beide südlich der Hauptstadt Kiew). Geliefert wurden sie 2007, 2012, 2013 und 2018.

„Das ist alles ziemlich bitter“, sagte Onno Fritzen. Sein Unternehmen habe Kontakt dorthin. „Die Menschen wissen nicht, was sie machen sollen, sie haben Angst um ihr Leben.“

Firmen wie FRIMA und OMAG sind nicht nur für die Lieferung von Betonsteinmaschinen zuständig, sie bieten auch Service und Ersatzteile an. Was daraus wird, ist angesichts des ausgebrochenen Krieges völlig unklar. Fritzen: Wie es weitergeht, ist Sache der Politik.“

Zur Weets-Gruppe gehört die 2013 als Besser GmbH insolvent gegangene OMAG, die weltweit Betonsteinmaschinen ausliefert. Auch im Osten Europas. Geschäftsführer Jakob Weets bestätigte, man habe einige Kunden in Russland. Alle zuletzt gefertigten und gelieferten Maschinen seien bezahlt. Auch Weets fragt sich wie Fritzen, ob es bei der Lieferung von Ersatzteilen nach Russland Schwierigkeiten geben wird.

 

Axel Milkert
Axel Milkert Emder Zeitung (Leitung)