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Steigende Kosten und weniger Nachfrage Tourismusbranche in Ostfriesland blickt besorgt in die Zukunft

Es war ein guter Sommer für die Tourismusbranche in Ostfriesland, doch nun trübt sich die Stimmung mit Blick auf den Winter.

Es war ein guter Sommer für die Tourismusbranche in Ostfriesland, doch nun trübt sich die Stimmung mit Blick auf den Winter.

dpa

Ostfriesland - Die Tourismusbranche in Ostfriesland blickt besorgt auf den kommenden Winter. „Energiekosten, Arbeitskosten und Personalmangel sowie sinkende Konsumbereitschaft und Nachfrage lassen die Betriebe mit Sorge auf den Winter blicken“, sagt Kerstin Kontny. So fasst die Abteilungsleiterin für Tourismus bei der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK) die Ergebnisse der aktuellen Saisonumfrage im Tourismusbereich zusammen.

Gute Sommersaison

Damit trübe sich die Stimmung nach einem guten Sommer – knapp 50 Prozent der Unternehmen im Gastgewerbe beurteilen die letzte Saison als gut – ein. Obwohl im vergangenen Sommer viele Reisende die Chance genutzt hatten, wieder ins Ausland zu fliegen, sei die Geschäftslage in der Region zuletzt gut. Nun allerdings gibt es die Sorge vor steigenden Kosten. Das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung in der Branche sehen fast 95 Prozent der Befragten deshalb auch in den Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreisen. Um steigende Energiekosten zu decken, reagieren fast 97 Prozent der Betriebe mit Preiserhöhungen. 73 Prozent sparen Energie ein. 45 Prozent werden weniger Investitionen tätigen.

Und die Kosten steigen auch bei den privaten Haushalten, weshalb sie sich „zum Teil eher für ein warmes Wohnzimmer und gegen einen Kurztrip in Niedersachsen entscheiden“, glaubt Kontny. Das hat Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage: Etwa 42 Prozent der befragten Betriebe werden deshalb ihr Angebot einschränken, 44 Prozent erwarten eine geringere Nachfrage seitens der Gäste.

Gewerbe sieht Risiken

Weitere Risiken sieht das Gastgewerbe in den Arbeitskosten (67 Prozent) sowie fehlenden Arbeitskräften. Durch den Personalmangel erwarten gut 77 Prozent eine Mehrbelastung der vorhandenen Mitarbeiter. 71 Prozent gaben an, dadurch ihr Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen zu können und 70 Prozent rechnen mit einer Einschränkung ihres Angebots beziehungsweise der Ablehnung von Aufträgen. „Das wirkt sich letztlich auch negativ auf die finanzielle Situation der Unternehmen aus, da sie weniger Umsätze generieren können. Gleichzeitig kommen steigende Arbeitskosten hinzu, um vorhandenes Personal zu halten und neues zu gewinnen“, erklärt Kontny.

Die Pandemie hingegen hat inzwischen weniger Auswirkungen auf die Unternehmen, als dies bei vorherigen Umfragen der Fall gewesen sei. Und trotzdem ist sie weiterhin spürbar: Mehr als jedes zweite Unternehmen gab an, dass Aufträge aufgrund der Pandemie storniert würden. Zudem seien Mitarbeiter in andere Berufsfelder abgewandert, dies gaben rund 60 Prozent der Befragten an.

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