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Bestattungswesen in Emden Ratsparteien wollen Gräber im Stadtwald ermöglichen

Stephanie Schuurman
Ortsbegehung im Stadtwald vor zwei Jahren: Förster Uwe Grimm (links) und der Generalbevollmächtigte der Gödens’schen Gruppe, Dr. Enno Herlyn (rechts), überzeugt zunächst die FDP-Fraktion von der Waldfriedhof-Idee.

Ortsbegehung im Stadtwald vor zwei Jahren: Förster Uwe Grimm (links) und der Generalbevollmächtigte der Gödens’schen Gruppe, Dr. Enno Herlyn (rechts), überzeugt zunächst die FDP-Fraktion von der Waldfriedhof-Idee.

Stephanie Schuurman

Emden - Versprechen gehalten: Die FDP belässt es nicht bei ihrem Vorstoß für einen Gedächtniswald im Emder Stadtwald und hat nach nunmehr zweijährigen Beratungen jetzt auch eine Mehrheit im Emder Rat von ihrer Idee überzeugt. In einem gemeinsamen Antrag, den nur die CDU nicht unterzeichnet hat, fordert diese Mehrheit nun die Stadtverwaltung dazu auf, einen entsprechenden Beschlussantrag auf die nächste Tagesordnung im zuständigen Ratsausschuss zu setzen.

O-Ton des Antrags ist, dass die Stadt „zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Gedächtniswald im Emder Stadtwald erstellen“ soll. Dabei soll laut dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Erich Bolinius erst noch geklärt werden, ob die Stadt den geforderten Friedwald selbst realisieren kann und will, ob es der bekannte Bewerber aus Logabirum macht oder das Vorhaben noch erst ausgeschrieben werden muss.

Verwaltung wird gehört

Außer Frage zu sein scheint, dass mit der Ratsmehrheit im Rücken aus der Idee, die Urnenbestattung in dem noch jungen Waldgebiet zu ermöglichen, umgesetzt werden kann.

Auch die CDU ist nicht in Gänze gegen das Projekt, wie ihr Fraktionsvorsitzender Gerold Verlee dieser Redaktion sagte. Allerdings will seine Fraktion unter anderem noch Fragen hinsichtlich einer womöglich problematischen Nachbarschaftsbeziehung an diesem Standort geklärt wissen. Am Stadtwald baut auch die obw eine Kindertagesstätte. „Dazu wollen wir noch eine Stellungnahme der Verwaltung hören“, sagte Verlee. „Wir begrüßen aber, dass mit dem Antrag eine Klärung herbeigeführt wird.“

Luxusversion von Wald

Beim ersten Vorstoß vor zwei Jahren war den Liberalen noch sehr viel Gegenwind seitens der Verwaltung entgegengebracht worden. Der seinerzeit amtierende Stadtbaurat Andreas Docter hatte den Standort als ungeeignet für Bestattungen erklärt. Zu nass, zu dichter Bewuchs, zu wenig Infrastruktur waren seine Argumente. Diese waren mit Hilfe des Försters Uwe Grimm, der den Stadtwald seinerzeit mit angelegt hat, widerlegt worden. Im Gegenteil: weil bereits vor Jahren mit Fördergeldern ein sieben Kilometer langes Wegenetz angelegt worden ist, das auch Schwerlastverkehr trägt, sei die Infrastruktur gegeben. Schon jetzt habe man mit dem Stadtwald eine „Luxusversion von Wald“.

Keine Kosten für Stadt

Zudem hat Dr. Enno Herlyn, Generalbevollmächtigter der Von Wedel’schen Gruppe, die den Logabirumer Gedächtniswald betreibt, inzwischen bei sämtlichen Emder Ratsfraktionen Klinken geputzt. Bis auf die Christdemokraten konnte er offenbar alle von der Idee überzeugen, wie Bolinius sagte. „Und die Stadt müsste das Ganze auch nichts kosten. Dr. Herlyn würde auch den Gedächtniswald in Emden betreiben.“

Der Logabirumer Betreiber bekundete zuletzt auch Interesse an einem Friedwald in Aurich. Dort soll es drei Bewerber auf eine solche Friedstätte geben. Grundsätzlich wird in Aurich die Waldbestattung bejaht, nur die Standortwahl ist dort noch offen. Für Bolinius drängt damit die Zeit, weil er nicht auch noch die Toten aus Emden abgewandert wissen will. In Ostfriesland gibt es außer dem Logabirumer Gedächtniswald auch noch den Waldfriedhof in Lütetsburg.

Dass beinahe parallel zum Gedächtniswald-Vorstoß in Emden auch Baumbestattungen auf dem Friedhof Tholenswehr ermöglicht worden sind, wird begrüßt, für Anhänger der Waldbestattung in der freien Natur ist diese Form aber keine echte Alternative.

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