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Multi-Adventsaktion für Emder Tafel Egal wie viel, jede Spende zählt hier doppelt


Beim Einkaufen an die Ärmsten denken: Zusätzlich erworbene Waren können am Stand der Emder Tafel abgegeben werden.
Stephanie Schuurman

Beim Einkaufen an die Ärmsten denken: Zusätzlich erworbene Waren können am Stand der Emder Tafel abgegeben werden.

Stephanie Schuurman

Emden - Ob es in diesem Jahr wieder für eine Rekordmenge reicht, muss sich zeigen. Ungeachtet oder vielleicht gerade wegen der wirtschaftlich immer angespannteren Situation von immer mehr Menschen veranstalten der Lebensmittelhändler Multi im Dollartcenter (DOC) und die Ehrenamtlichen der Emder Tafel wieder ihre gemeinsame Spendenaktion. Das Besondere an dieser fast schon traditionellen Aktion im Advent: Jedes eingekaufte und gespendete Lebensmittel wird von Multi verdoppelt.

Aber rechnet auch die Caritas-Geschäftsführerin, die die Emder Tafel betreibt, wieder mit tonnenweise Lebensmitteln, wo viele Emder aufgrund von Inflation und Energiekrise inzwischen selbst jeden Euro zweimal umdrehen? „Wir hoffen“, sagte Stefanie Holle. „Und egal was gespendet wird, jede Spende zählt, in diesem Fall sogar doppelt.“ Die Erfahrung der letzten Jahre bei dieser Sammelaktion zeige auf jeden Fall ein „breites Mittragen“ der Emder Bevölkerung mit der Not derjenigen, die noch viel weniger haben.

Tatsächlich ist die Zahl der Bedürftigen in diesem Jahr nochmals erheblich gewachsen. Im Mai musste die Emder Tafel sogar erstmals nach 2015 einen Aufnahmestopp verhängen.

Grenze erreicht

Damals waren Raum- und Personalnot ausschlaggebend. In diesem Jahr ist die Kapazitätsgrenze bei 3000 „Kunden“ erreicht. Die Zahl derjenigen also, die regelmäßig mit gespendeten Lebensmitteln aus Supermärkten und Bäckereien versorgt werden. Sie liegt längst darüber. Gestiegene Lebenshaltungskosten, aber auch immer mehr Geflüchtete suchen Hilfe zum Aufstocken bei der Tafel. Die Anfragen reißen nicht ab. Wer eine der begehrten Kundenkarten besitzt, darf seither auch nur noch alle 14 Tage kommen.

Dass nicht alle sofort und unendlich unterstützt werden können, bedauert Stefanie Holle zutiefst. Gleichzeitig betont sie aber auch, dass die Hilfe der Tafel nur eine Zusatzversorgung sein kann und den Staat nicht aus der Pflicht nimmt. Deshalb könne daraus auch kein Anspruch entstehen.

Tafeln brauchen selbst Hilfe

Denn in der Hilfe sind letztlich auch die Tafeln selbst auf Unterstützung angewiesen. Aus ihren Sammel-Ergebnissen speist sich die Verteilung an die Ärmsten. Erschwerend kommt hinzu, dass längst auch die übers Jahr gespendeten Lebensmittel aus Supermärkten weniger geworden sind. Viele Lebensmittelmärkte bieten inzwischen besondere Rabattaktionen für kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehende Waren für ihre Kunden an. Es bleibt einfach weniger übrig.

Die jährliche Multi-Aktion bringt dagegen die Emder Tafel in der Regel ein Riesenstück voran, weil damit längerfristig geplant werden kann. Erbeten sind, anders als die sonst gespendeten, schnell verderblichen Waren, lange haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel. Mit Mehl, Konserven, Nudeln, Kaffee, Tee etc. wird gewöhnlich der Grundbedarf für das ganze Jahr gedeckt. Was von einer Sorte möglicherweise reichlich da ist, wird mit anderen Tafeln gegebenenfalls getauscht, so Stefanie Holle.

Doch in diesem Jahr waren diese Vorräte schon im August aufgebraucht. Auch ein Novum in der Geschichte der Emder Tafel.

Die Spendenaktion läuft am Samstag, 3. Dezember, von 9 bis 17 Uhr im Eingangsbereich vor Multi. Wer nicht selbst einkaufen will, kann auch Geld spenden, die Mitarbeiter der Tafel gehen dann damit einkaufen. Und wer es an diesem Tag nicht ins DOC schafft, ist eingeladen, im Rahmen der aktuellen Weihnachtsaktion der NWZ zu spenden. Mit den Spenden soll den örtlichen Tafeln in Ostfriesland und im Oldenburger Land geholfen werden, ihrerseits bedürftigen Menschen in der Region zu helfen.

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