Hinte - Zeitungsschnipsel, ganze Zeitungen, Unmengen an Bildern, handschriftliche Vermerke, Urkunden und vieles mehr: Dieses Bild hatten Dieter Harberts und Johann Alberts sinnbildlich vor ihren Füßen, als sie sich an die Arbeit machten, die Vereinschronik des TuS Eintracht Hinte auf den neusten Stand zu bringen. Allerdings war der Stand bis dato überschaubar auf einen halben Ordner beschränkt.

Helmut Kohle, TuS-Geschäftsführer, dankte nicht nur den beiden Machern, dass sie sich so in die Materie hineingekniet haben. „Ich erinnere mich noch, dass bei van Laaten unterm Kuppeldach die Turner ihre Bleibe hatten und an solche Kleinigkeiten erinnern sich nur noch die wenigsten Mitglieder“ Deshalb, so Kohle, ist die Arbeit von Harberts und Alberts unbezahlbar. „So kann jeder, der vielleicht Interesse hat, einmal nachlesen, wie es so war früher.“ Die Ordner sollen in einer Vitrine stehen.

Sechs dicke und prall gefüllte Ordner sind es geworden. „Wir haben das auch gemacht, um unseren Gründungsmitgliedern unsere Wertschätzung entgegenzubringen“, sagte Alberts. Er nennt die Chronik den Lebenslauf des Vereins. „Ein halber Ordner war da, immer wieder wurde etwas versucht, aber nie zu Ende gebracht.“ Und dann bekamen er und Harberts Kartonweise Material. „Wir haben alles durchforstet, ausgeschnitten und eingeklebt.“ Die Stunden haben sie nicht gezählt, aber immer donnerstags für drei Stunden haben sie sich die Zeit genommen.

Was noch dazu wichtig ist

Die Zeiten ändern sich: Was die beiden Vereinsmitglieder Dieter Harberts und Johann Alberts in mühevoller Kleinarbeit geleistet haben, würden vielleicht einige Oldschool nennen. Denn vieles wird heute digital erfasst. Auch da ist der TuS Eintracht Hinte auf einem guten Weg. „Die Idee ist, dass wir beispielsweise alle neuen Fotos den Verein betreffend in einen Netzwerkspeicher stellen“, sagte TuS-Geschäftsführer Helmut Kohle. Geklärt werden muss, wer darauf dann Zugriff hat, wer die Bilder einpflegt und wer die dann sehen kann. Dazu müsse die Internetseite des TuS Eintracht Hinte immer auf dem neusten Stand sein, denn auch darüber präsentiert sich der Verein. Die vorliegende Chronik zu digitalisieren scheitert sicherlich an den Kosten. „Aber in Zukunft müsse wir da vielleicht andere Wege gehen.“ Nicht nur dem demografische Wandel muss der Verein nach den Worten von Kohle Rechnung tragen.

„Viele Dinge geraten in Vergessenheit“, sagte Harberts. Er nennt als Beispiel den Sportheimbau 1957. „Viele haben sich aktiv eingebracht.“ Und viele von damals sind jetzt entweder alt oder schon gar nicht mehr am Leben. Viel haben die Vereinsmitglieder auch beim Bau der Dreifachhalle investiert. Harberts: „Beim Bau des Kunstrasenplatzes am Bleskeweg habe ich das fotografisch über die ganze Zeit begleitet.“ Diese Bilder sind akkurat in zwei weiteren Ordnern mit entsprechenden Hinweisen eingeklebt.

Die Arbeit, die sich die beiden gemacht haben, ist aber noch nicht abgeschlossen. „Wir wollen die Chronik, solange wir können noch weiterführen“, so Harberts. Dazu sollen die Ordner noch verschönert werden, soll heißen, die Personen auf den Bildern sollen möglichst alle namentlich genannt werden. „Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, jeden Artikel noch einmal in der Hand zu haben und zu lesen“, sagte Alberts.

Beide wünschen sich eine positive Zukunft für ihren Verein, so dass die Chronik noch ganz lange weitergeführt werden kann. Bei den vielen Aufgaben, die die Vereine erledigen müssen, ist für Alberts eins ganz wichtig: „Wir müssen spartenübergreifend den Kindern eine Heimat beim TuS Eintracht Hinte bieten.“ Der Vorstand ist über die engagierte Mitarbeit im Verein auch durch viele junge Leute voll des Lobes. Am Ende aber auch über engagierte Mitglieder wie Harberts und Alberts, die sich die Zeit und Muße genommen haben, um dem Lebenslauf des Vereins ein Gesicht zu geben.

Dirk de Vries
Dirk de Vries Emder Zeitung