Emden - Die Neutorstraße hat eine ordentliche Farbdusche erhalten. Wie von der Stadt angekündigt, finden seit Mittwoch Markierungsarbeiten statt, um die Strecke deutlicher als Fahrradstraße zu kennzeichnen. Dass diese Kennzeichnung am Ende so deutlich ausfallen würde, damit haben aber wohl nur sehr wenige gerechnet. Vom einen Fahrbahnrand bis zum anderen ist die Straße zwischen Agterum und Zwischen Beiden Sielen in Blau getaucht und hat damit eine Kennzeichnung wie die Hermann-Löns-Straße erhalten.
Dort war die Straße im Juni mit einem solchen „Anstrich“ versehen worden, um auf den Vorrang von Fahrrädern aufmerksam zu machen. Nun folgt mit der Neutorstraße ein weiterer Straßenabschnitt.
Übergangslösung
Doch während auf der Hermann-Löns-Straße zwischen Treckfahrtstief und Bolardusstraße Zweiräder dauerhaft Vorfahrt vor anderen Verkehrsteilnehmern haben, ist die blaue Farbe im Zentrum der Stadt lediglich als Übergangslösung gedacht – auch wenn die Verwaltung nach wie vor kein offizielles Enddatum für den Verkehrsversuch nennt. Seit der vergangenen Woche und einer entsprechenden Mitteilung zum Emder Weihnachtsmarkt ist allerdings klar, dass die Strecke zumindest bis Ende des Jahres Einbahnstraße bleiben wird.
Der Verkehrsversuch hatte vor über einem Jahr, im August 2021, begonnen. Damals wurde die Strecke als Einbahnstraße in Richtung Süd-Nord ausgewiesen. Allerdings war die Neutorstraße durch den Abriss der alten Kaufhalle und den Neubau der Neutor Arkaden bereits seit Ende 2019 immer wieder gesperrt gewesen, der Verkehrsversuch ist damit nur eine Verlängerung dieser Verkehrseinschränkung.
Seit Juni Fahrradstraße
Im Januar dieses Jahres hatte die Verwaltung dann die Fahrtrichtung mit Szenario 2 in Süd-Nord-Richtung geändert. Im Juni erfolgte schließlich die Ausweisung als Fahrradstraße, bei der Fahrräder Vorrang vor Autos haben. Die Fahrtrichtung blieb gleich. Allerdings waren die Markierungen bislang nicht eindeutig, sodass sich immer wieder gefährliche Situationen zwischen Autos und Radfahrern abspielten.
Dem will die Stadt mit der äußerst deutlichen Markierung nun entgegenwirken und „die Fahrradstraßen-Situation deutlich machen“, betonte Dinkela. Dies sei auch ein Wunsch der Bürger gewesen, teilte der Stadtsprecher auf Nachfrage mit. Weil es sich aber lediglich „um einen Versuch“ handelt, lasse sich die Farbe natürlich wieder vom Asphalt ablösen. Ob und wann das der Fall sein wird, dazu machte er keine Angaben, wohl aber dazu, dass auch der Abschnitt bis zur Osterstraße noch in Blau getaucht wird.
