Emden - Die ganz große Gala ist es leider nicht geworden. Aber das beste Emder Frauen-Volleyball-Team hat seinem Publikum fast fünf Stunden spannungsgeladenen Klasse-Sport mit viel kämpferischem Einsatz geboten. Es hätten vielleicht auch zwei Siege werden können, aber auch zwei Niederlagen. Trotzdem überwog am Ende die Freude darüber, dass das Saisonziel Klassenerhalt bereits nach dem ersten Spiel erreicht war.
Ein Spitzen-Spieltag im Borssumer Hexenkessel ?
Es war ein wirklicher Spitzen-Spieltag, der da im Borssumer „Hexenkessel“ übers Netz ging: Der Tabellenvierte empfing erst den Tabellenzweiten, dann den Tabellendritten – das roch nach einem harten Kampf auf Augenhöhe. Und genauso kam es: Beide Spiele gingen über vier Sätze, auch ein fünfter lag jeweils in der Luft. Den verhinderten dann einmal die Emderinnen, einmal die Gäste aus dem Emsland. Auch über die 25-Punkte-Grenze ging es pro Spiel in je einem Satz – Indizien für eine ziemliche Ausgeglichenheit.
Sind die Emderinnen mit ihrer Leistung zufrieden ?
Ja und nein. Einerseits ja, denn das Saisonziel Klassenerhalt ist ja erreicht. Zufrieden können sie durchaus auch mit der gezeigten Leistung sein. Alles in allem waren sie beiden Gast-Teams ein Gegner auf Aufenhöhe. Natürlich ist auch ein bisschen Enttäuschung vorhanden. Denn im Spiel gegen Salzbergen wäre vielleicht mehr drin gewesen.
Wo lagen die Stärken im Spiel der Emderinnen ?
Unter anderem haben die Emderinnen wieder eine großen Kampfgeist an den Tag gelegt. Auch sie holten machmal Bälle, die längst verloren schienen. Im Emder Team steckt eine Menge individuelle Spielstärke, die jederzeit aufblitzen kann. Eine weitere Stärke ist der vergleichsweise große Kader, der viel Variation zuließ – was Trainer Ciach nutzte: „Ich glaube ich habe noch nie so viel gewechselt wie heute.“
Wo lagen die Schwächen bei den Emder Volleys ?
Die vorhandene individuelle Spielstärke ist leider nicht immer eine verlässliche Größe. Nach großartigen Szenen folgen schon mal Riesen-Patzer. Vor allem die Diagonalspielerinnen zeigten nach Auffassung von Trainer Ciach nicht ihre beste Form. Am Ende des 2. Spiels fehlte es zudem ein bisschen an Kondition und Konzentration, was man an zunehmenden Aufschlagfehlern merkte.
Was sagt der Trainer zu der Leistung des Teams ?
„Nach solchen Spielen muss ich mich bemühen, nicht zu enttäuscht zu sein“, meinte Nils Ciach nach dem Spiel. Denn eigentlich war er alles in allem mit seinem Team, und dessen Leistungen zufrieden. Dass das Saisonziel Klassenerhalt nun erreicht ist, stimmte ihn sehr froh, aber: „Ich weiß, dass wir es an der einen oder anderen Stelle besser können.“
Hat das Publikum die Mannschaft unterstützt ?
Die Unterstützung von der Tribüne war wieder da, vor allem im 1. Spiel. „Vielleicht hätten wir auch das ohne die Unterstützung verloren“, meinte Ciach. Im zweiten Spiel hatte der Ruf der Maibäume und die fortschreitende Zeit die Reihen etwas ausgedünnt. Die wurden im Laufe des Spiels von zahlreichen Borssumer Fußballern aufgefüllt, die über manche Aktionen staunten. Eine schöne Geste, wenn zwei Fußballmannschaften den Volleys die Ehre erwiesen.
Satzfolge im ersten Spiel: Emder Volleys - SV Cappeln 3:1 (24:26; 25:21; 25:19; 25:18)
Satzfolge im zweiten Spiel: Emder Volleys – SVA Salzbergen 1:3 (26:28; 25:21; 20:25; 19:25)
Emder Volleys: Julia Biskub, Anke Dehne, Karina Deepen, Carolin de Vries, Lena van Scharrel, Sarah Hoogstraat, Yasmin Cornelius, Ilka Krückemeyer, Hanna Termöhlen, Engeline Hoffmann, Neele Schweikard, Hanna Schweikard
