Emden - Gemeinwesenarbeit – das ist für viele immer noch ein Begriff mit vielen Fragezeichen. Was das Ziel von Gemeinwesenarbeit ist und wie diese in der täglichen Umsetzung in der Stadt Emden aussieht, damit haben sich jetzt die 13. Klassen des Beruflichen Gymnasiums (Fachrichtung Sozialpädagogik) an den Berufsbildenden Schule I im Rahmen ihrer Abiturvorbereitungen befasst. Und weil den besten Einblick ins Thema immer noch die Praktiker geben können, hatten die Schülerinnen und Schüler mit Alide Wessels und Heidemarie Heyer zwei Vertreterinnen der Emder Gemeinwesenarbeit zu sich eingeladen.

Bereitwillig ließen sich die beiden zu Methoden und Prinzipien der Gemeinwesenarbeit löchern. Alide Wessels verdeutlichte am Beispiel des Projektes „Lebenswertes Borssum“, dass es darum geht, die Lebenssituationen der Menschen im Stadtteil zu verbessern und kultur- und altersübergreifende Kontakte unter ihnen zu knüpfen. Aus der Entdeckung gemeinsamer Interessen heraus könnten Angebote von Einwohnern für Einwohner in Gang kommen.

Die Menschen zu motivieren, selbst aktiv zu werden, sei ein Grundprinzip, unterstrich Heidemarie Heyer, die den „Treffpunkt Barenburg“ leitet. Es gehe nicht darum, etwas für die Menschen zu tun, sondern es mit ihnen gemeinsam zu tun. Während der Pandemie sei das nicht leicht gewesen, trotzdem seien kreative Ideen wie die Draußen-Sport-Aktion „Barenburg bewegt“ entstanden.

Insgesamt, so erfuhren die Schüler, biete die Gemeinwesenarbeit in Emden gemeinschaftsfördernde und gesellschaftspolitische Angebote in Form von Sprachcafés, Reparatur-, Geschichts- oder Nähwerkstätten. Es gibt Büchertausch-, Ideen- und Ehrenamtsbörsen, Müll-Sammel- und Frühstücksgruppen, aber auch Beratungsangebote vom Jobcenter oder der Mieterberatung.

Alle Gemeinwesen-Standorte sind im Internet unter www.emden.de/gemeinwesen aufgeführt.

Gaby Wolf
Gaby Wolf Emder Zeitung