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Nachhaltigkeit bei Weihnachtsbäumen Nordmanntanne sticht Plastikbaum immer noch aus

Gerade „gewachsen“, macht keinen Dreck und sieht auch nach Wochen noch gut aus: Immer häufiger greifen auch in Emden die Kunden inzwischen zum Plastikweihnachtsbaum.

Gerade „gewachsen“, macht keinen Dreck und sieht auch nach Wochen noch gut aus: Immer häufiger greifen auch in Emden die Kunden inzwischen zum Plastikweihnachtsbaum.

privat

Emden - Nordmanntanne oder Plastikbaum? Ließ sich diese Frage bis vor vier Jahren noch klar beantworten, zeigt sich seither eine neue Entwicklung: „Plastikbäume werden deutlich häufiger gekauft“, sagt Daniel Brake, Filialleiter bei OBI in Emden. Und gerade in diesem Jahr sei noch einmal eine deutliche Steigerung zu spüren. „Das liegt auch daran, dass die Qualität inzwischen eine andere ist und die Bäume viel besser aussehen. Sie können jede einzelne Nadel erkennen.“ Und weil die Nachfrage steigt, gibt es inzwischen auch mehr Auswahl. „Wir haben in diesem Jahr zwölf Ausführungen und Qualitäten“, so Brake.

Keine Auswahl notwendig

Ganz anders als dies bei den echten Tannen der Fall ist: Dort braucht es im Prinzip keine Auswahl – zumindest was die Sorten angeht. „Die Leute wollen nur Nordmanntannen“, sagt der OBI–Leiter. Deshalb habe man Fichten aus dem Programm gestrichen. Und auch bei Helmut Ebbinga gibt es davon nur eine geringe Stückzahl, denn auch beim Freiluftverkauf auf dem Parkplatz an der Ubierstraße fragen die Kunden vor allem nach Nordmanntannen. Die gibt es in verschiedenen Varianten – klein oder groß, mit Wurzeln oder ohne und sogar mit einem kleinen Ständer.

Echte Tanne liegt vorne

Sowieso ist die echte Tanne – und zwar die geschlagene ohne Wurzel – nach wie vor deutlich stärker gefragt als die Plastikvarianten. Laut Brake greifen immer noch 90 Prozent der Kunden zum echten Baum. Da verwundert es auch nicht, dass bei Janssen & Kruse in Borssum von den ursprünglich mehr als 3500 Bäumen nur noch etwa 400 übrig sind. „Eine Kaufzurückhaltung bei den Weihnachtsbäumen gibt es definitiv nicht“, sagt Marktleiter Helmut Papenhusen. Während die Kunden beim sonstigen Verkauf im Baumarkt verhaltener seien, ist Papenhusen nicht sicher, ob die letzten verbliebenen Weihnachtsbäume noch bis zur nächsten Woche reichen werden. Denn gerade am vierten Adventswochenende erwarten alle drei Tannenbaumanbieter in Emden einen Kundenansturm.

Nachhaltigste Variante

Im Schnitt müssen besagte Kunden übrigens zwischen 18 und 25 Euro für einen echten Baum auf den Tisch legen – ähnlich wie auch in den vergangenen Jahren. Bei einem Mittelklasse-Plastikbaum sind hingegen 120 Euro fällig. Dafür hält dieser aber auch deutlich länger – und ist laut Nabu-Regionalgeschäftsstellenleiter Jan Fuchs die nachhaltigste Variante. „Wenn man diesen zehn Jahre nutzt, ist ein Plastikbaum ökologischer als jedes Jahr einen echten Baum zu kaufen – selbst, wenn er aus China kommt. Er sollte aber eine gewisse Qualität haben, damit er auch über Jahre hält“, sagte Fuchs im Gespräch. Auch er hat in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass immer mehr Menschen auf eine Plastikvariante in Sachen Weihnachtsbaum setzen. „Der macht ja auch weniger Arbeit.“

Baum mit Wurzel

Wer aber weiterhin nicht auf eine echte Tanne verzichten will, dem empfiehlt der Nabu-Regionalleiter, einen Baum mit Wurzeln zu kaufen. Dieser könne mehrere Jahre im Topf genutzt und schließlich in den Garten gepflanzt werden. „Man sollte aber darauf achten, dass er biozertifiziert ist und regional angebaut wurde.“ Denn häufig stammten die Weihnachtsbäume von Plantagen, auf denen Monokulturen angebaut würden und viele Pestizide zum Einsatz kämen. Und die letzte Wahl sollte laut Fuchs ein geschlagener, konventioneller Baum sein, denn der stehe in Sachen Nachhaltigkeit an letzter Stelle.

Elisabeth Ahrends
Elisabeth Ahrends Emder Zeitung (Leitung)
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