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Streit um neue Mülltonnen in Emden Vermieter reagiert – aber anders als erhofft

23.02.2022, 18:46 Uhr (Erstmeldung)
Barenburger, die Mieter des Erlangener Unternehmens ZBVV sind, müssen seit Anfang Februar diese großen Tonnen nutzen . Wie künftig eine genaue Abrechnung der Müllkosten  möglich sein soll, hat ZBVV bislang nicht verraten.

Barenburger, die Mieter des Erlangener Unternehmens ZBVV sind, müssen seit Anfang Februar diese großen Tonnen nutzen . Wie künftig eine genaue Abrechnung der Müllkosten möglich sein soll, hat ZBVV bislang nicht verraten.

Hitschke

Emden - Der Ärger rund um die neuen großen Mülltonnen, die ein Vermieter im Emder Stadtteil Barenburg eingeführt hat, nimmt kein Ende. Das Unternehmen ZBVV aus Erlangen hat mittlerweile zwar auf die Kritik reagiert – aber ganz anders, als es die Mieter erhofft hatten. Sie wollen vor allem wissen, wie Mieter mit kleinen Müllmengen vor einer drastischen Kostensteigerung geschützt werden sollen. ZBVV stellte Mieter Heinz Mammen aber lediglich die Frage, ob er „nicht mal eine Woche Ruhe geben“ könne.

Noch kein neuer Stellplatz für die Tonnen

Mammen und weitere Mieter hatten sich mit ihren Befürchtungen unter anderem an die Emder Zeitung gewendet. Seitdem war die Umstellung der Müllentsorgung mehrfach Thema gewesen. Der 93 Jahre alte Mieter der ersten Stunde im Haus Friedrich-Rückert-Straße 3 hielt tatsächlich eine Woche still. Nachdem gestern zwölf Tage ohne weiteren Kontakt zur „Zentral Boden Vermietung und Verwaltung GmbH“ vergangen waren, fühlte er sich an seine Zusage nicht mehr gebunden: „Es war die Rede davon, dass die Müllcontainer einen anderen Stellplatz bekommen sollen und das man sich gemeinsam ansehen wolle, was möglich ist.“ Er habe aber nach dem Telefongespräch nichts mehr von der ZBVV gehört.

Verärgert ist der Emder auch über ein Telefongespräch mit dem Ratsvorsitzenden Gregor Strelow (SPD). Der ist einer der Empfänger eines Protestschreibens mehrerer Mieter. „Er hat das aber nicht an die Fraktionen im Rat weitergegeben“, so Heinz Mammen. „Ich habe ihn deswegen angerufen, da sagte er irgendwann: Ich habe auch noch anderes zu tun.“

Die Emder Politik hat aber auch ohne Gregor Strelow von dem Problem erfahren (die EZ berichtete). Als erste Partei hatte die FDP reagiert, mittlerweile waren Fraktionsmitglieder auch bei den Mietern – ebenso Vertreterinnen und Vertreter von Grünen und Linken. Bei diesem Gespräch war auch herausgekommen, dass die Fraktionen im Rat nicht informiert worden sind.

Kern der Proteste der Mieter ist die Befürchtung, dass es durch die Abkehr von den 120-Liter-Tonnen mit Schloss und Chip künftig keine genaue individuelle Berechnung der Müllkosten mehr geben wird. Davon wären vor allem Mieter wie Heinz Mammen betroffen, die wegen ihrer geringen Müllmengen nur die Mindestgebühren zahlen.

Details zur künftigen Abrechnung nannte der Vermieter bislang nicht, die Abrechnung für dieses Jahr wird den Mietern erst Ende 2023 zugestellt.

„Wir werden auf keinen Fall zahlen“, kündigte Heinz Mammen am Mittwoch an. Er und andere Betroffene wollen dem Rat ihres Mieteranwaltes folgen und Widerspruch einlegen, wenn es soweit ist.

Auswärtige haben die Mülleimer entdeckt

Eine weitere Vermutung der Anwohner hat sich laut Heinz Mammen bereits bestätigt: Die ungesicherten Tonnen, die zum Teil direkt am Bürgersteig stehen, sind von Auswärtigen entdeckt worden, die dort ihren Müll entsorgen. Auf Kosten der Mieter, versteht sich.

Das Ratsgremium Betriebsausschuss Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden wird die Angelegenheit diesen Monat nicht mehr behandeln: Die Sitzung, die für den Donnerstag geplant war, fällt aus. Die FDP hatte eine Behandlung des Themas beantragt. Die nächste Sitzung ist am 24. März.

Alf Hitschke
Alf Hitschke Emder Zeitung
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