Wiesmoor - Das kommt überraschend: Frank Löning wird zum Ende der Saison sein Traineramt beim VfB Germania Wiesmoor niederlegen. Das teilte der Fußball-Bezirksligist am Montag mit. Der ehemalige Zweitliga-Profi hatte die erste Herren vor der laufenden Saison übernommen. Am Sonnabend verlor sie in einem echten Herzschlagfinale knapp und unglücklich mit 2:3 gegen die Sportfreunde Larrelt. Wiesmoor muss nun in der Abstiegsrunde antreten, nimmt aber ein angenehmes Punktepolster (20) mit.
Was sind die Gründe für Lönings Abschied ?
Kurz gesagt: Die Ziele des Vereins und die von Coach Löning gehen zu weit auseinander. Während der 40-Jährige gerne die Landes- und Oberliga anpeilen würde, ist der VfB eigentlich ganz zufrieden dort, wo er momentan spielt - in der Bezirksliga. „In der Landesliga kommt man in den Bereich, in dem man finanzielle Aufwandsentschädigungen zahlen muss. Und da muss jeder Verein ganz nüchtern überlegen: Was können wir schaffen?“, zeigte Löning Verständnis.
Hatte die Niederlage in Larrelt etwas damit zu tun ?
Nein. „Es gab keinen Rausschmiss und kein Wegrennen meinerseits“, sagte Frank Löning. Die Entscheidung, getrennte Wege zu gehen, sei schon vor längerer Zeit gefallen. Man habe aber absichtlich auf den Abschluss der Hinrunde gewartet. Dass Wiesmoor nun durch die Niederlage in Larrelt am Sonntag in die Abstiegsrunde gerutscht ist, hat demnach nichts damit zu tun. Wiesmoors Sportlicher Leiter Mirko Hellmers bestätigte, dass die unterschiedliche Zielsetzung ausschlaggebend gewesen sei. Die Verantwortlichen bedauern den Abschied ausdrücklich. Beide Seiten sprachen von „guten und ehrlichen Gesprächen.“ In einer Mitteilung des VfB heißt es: „Frank Löning hat beim VfB Germania Wiesmoor sowohl sportlich, als auch strukturell in dieser Saison viele positive Impulse gesetzt, von denen der gesamte Verein auch zukünftig profitieren wird. Auf der Grundlage seiner Trainertätigkeit u.a. auch im Jugendbereich und der Basis einer weiterhin freundschaftlichen Verbundenheit ist man sich trotz der bevorstehenden Trennung einig, dennoch auch bei zukünftigen Projekten zusammen agieren zu wollen.“ Löning, der hauptberuflich die Soccerhalle VfB-Arena leitet und dort auch Fußballcamps veranstaltet, bleibt dem Verein also erhalten.
Hat der VfB Germania schon einen Nachfolger ?
Davon ist auszugehen. „Wir sind auf jeden Fall vorbereitet“, sagte Sportchef Hellmers, der sich ansonsten aber noch nicht in die Karten schauen lassen wollte. Der Kandidat, den man ansprechen wolle, werde in einer Vorstandssitzung am Dienstag festgelegt.
Klar ist: Mit Uwe Groothuis hätte der VfB bereits einen erfahrenen Trainer in seinen Reihen. Der 61-Jährige, einstige Fußballer des Jahres in Niedersachsen hatte die erste Herren des VfB bis zur letzten Saison trainiert und durch zwei Aufstiege in Folge in die Bezirksliga geführt. Aktuell ist er für die zweite Mannschaft verantwortlich, kennt Spieler und Verein sehr gut. „Es gab aber noch kein Gespräch“, sagte der Emder am Montag.
Und was ist mit Löning? Hat er schon einen neuen Verein? Auch er dementiert. „Stand jetzt ist, dass ich im Sommer noch gar nichts habe.“ Es habe auch noch keine Gespräche gegeben.
