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Streit um Lieferfahrzeuge Gewürzhändler verlässt aus Protest Emder Wochenmarkt

Waren am Dienstag letztmalig auf dem Emder Wochenmarkt vertreten: die Gewürzhändler Ayse und Uwe Müller.

Waren am Dienstag letztmalig auf dem Emder Wochenmarkt vertreten: die Gewürzhändler Ayse und Uwe Müller.

Jens Tammen

Emden - Der Emder Wochenmarkt verliert seinen Gewürzhändler. Uwe Müller zieht die Reißleine und hat seinen Stand am Dienstag ein letztes Mal auf dem Neuen Markt aufgebaut. „Wir verlassen Emden. So geht man nicht mit uns um“, sagt der 60-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Grund für seinen Ärger ist die Tatsache, dass die Stadt die Transportfahrzeuge, aus denen nicht verkauft wird, vom Markt haben will. Autos und Kleintransporter, die sonst in zweiter Reihe hinter dem eigentlichen Marktstand geparkt wurden, sollen unter der Hochbrücke am Bahnhof abgestellt werden. Für Uwe Müller ist das nicht akzeptabel, da er sein Fahrzeug auch als Lager nutzt, um Produkte nachzufüllen. „Soll ich denn jedes Mal erst zum Bahnhof laufen, wenn ich etwas auffüllen muss“, fragt er kritisch und ist mit den Antworten der Stadtverwaltung auf seine Fragen nicht zufrieden.

Für die Verwaltung eine klare Sache

Für die Stadtverwaltung ist es dagegen eine klare Sache. „Die Frage nach den Fahrzeugen stellt sich nicht, denn das ist in der Marktsatzung eindeutig geregelt“, sagt Dennis Igelmann, der derzeit die Pressestelle der Stadt vertritt, auf Anfrage. Demnach sind nur Verkaufswagen auf dem Wochenmarkt gestattet. Wer einen Stand hat, muss sein Transportfahrzeug nach dem Aufbau vom Platz entfernen. Warum das bislang geduldet wurde und die Stadt erst jetzt gegen die „Falschparker“ vorgehen will, wird nicht deutlich. Die Stadt verweist die größeren Transporter nun auf andere Parkflächen. Für normale Autos gebe es darüber hinaus pro Marktstand eine Sonderparkgenehmigung am Burgplatz, erklärt Igelmann.

Zum letzten Mal dabei: der Gewürzhändler auf dem Wochenmarkt.

KOMMENTAR: MARKTBESCHICKER ZIEHT SICH VOM EMDER WOCHENMARKT ZURÜCK Imageproblem

„Hochwertiges Ambiente und ansprechendes Flair“

Ziel sei es, ein „hochwertiges Ambiente und ansprechendes Flair“ auf dem Wochenmarkt zu schaffen, begründet Igelmann die aktuelle Umsetzung der Marktsatzung. Dafür und für die Gewährleistung der Sicherheit auf dem Markt müssten die nicht in den Verkauf involvierten Fahrzeuge entfernt werden. Außerdem gab es am 23. Mai ein Gespräch zwischen Stadtverwaltung, Marktmeisterin und Marktvorstand. „Zusammen mit den Vertretern der Händler hat man sich darauf verständigt, diese Fahrzeuge aus dem Marktbild zu entfernen“, sagt Stadtvertreter Igelmann. Das alles, um eben dieses „hochwertige Ambiente“ auf dem Markt zu schaffen. Offenbar passen zur Idee des Wochenmarktes keine Lieferfahrzeuge in zweiter Reihe mehr. Wer sich nicht daran halte, der könne auch temporär einen Verweis erhalten. Doch dazu ist es bislang noch nicht gekommen. „Es gab und gibt in dieser Hinsicht viele Gespräche“, so Igelmann.

Lager in Reichweite notwendig

Für Uwe Müller und seine Frau Ayse ist das nicht nachvollziehbar. Für seinen acht Meter langen Marktstand mit 600 Gewürzen brauche er ein Lager in Reichweite. Er fühlt sich vom Emder Marktvorstand nicht richtig vertreten. „Das habe ich so noch nie erlebt, auf anderen Wochenmärkten gibt es das nicht. Und die paar Fahrzeuge im rückwärtigen Bereich stören doch nicht“, sagt der Händler aus Koblenz, der seinen Zweitwohnsitz in Upgant-Schott hat. „Eine Marktsatzung und eine Sonderparkgenehmigung habe ich auch nie bekommen.“ Die Müllers kehren Emden nun nach rund einem Dreivierteljahr den Rücken. Die Leidtragenden sind die Kunden, die zum Teil mit Verärgerung am Dienstag auf das Aus des Händlers reagiert haben.

Jens Tammen
Jens Tammen Emder Zeitung (Stv. Leitung)
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