Emden - Gut 1100 Flüchtlinge hat die Stadt Emden bisher aufgenommen. Darunter sind rund 900 Menschen aus der Ukraine. Diese Zahl teilte die Fachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales bei der Stadt Emden, Kerstin Snakker, im Ausschuss für Gesundheit und Soziales mit.
In den letzten Wochen hat die Stadt Emden keine Zuweisungen vom Land erhalten, weil die Stadt bereits ihre Aufnahmequote zu rund 60 Prozent erfüllt hat. Viele Kommunen sollen noch deutlich unter diesem Prozentsatz liegen. Bleibt es bei der bestehenden Aufnahmequote vom Land Niedersachsen, müssen noch etwa 160 Flüchtlinge bis März aufgenommen werden. „Dies können wir mit den Kapazitäten in der Nordseehalle und der Barenburgschule schaffen“, sagte Snakker.
Kurzfristig aufgestockt
Letztlich hängt es jedoch an der weiteren Entwicklung in der Ukraine, den sich daraus ergebenden Flüchtlingsströmen sowie den Fluchtbewegungen aus anderen Herkunftsländern, ob die Aunahmequote noch angepasst werden muss Ob die Zuweisung jedoch kurzfristig aufgestockt wird, weiß jetzt noch niemand.
Kerstin Snakker: „Dies können wir mit den Kapazitäten in der Nordseehalle und der Barenburgschule schaffen.“ Bild: Ute Lipperheide
Es sind vor allem Flüchtlinge aus der Ukraine, die in Emden derzeit Zuflucht suchen. Bei den aktuellen Nachrichten aus dem Krisengebiet ist jedoch davon auszugehen, dass sich mehr Ukrainer auf den Weg nach Westen machen. Kein Strom, kein Wasser, keine Wärme – die russischen Angriffe auf ukrainische Infrastruktur zwingen viele Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen. Da sich dort die Kriegslage weiter verschärft und durch den Winter die Lebensbedingungen zusätzlich für die dort lebenden Menschen schwieriger werden, steigt europa- und bundesweit jüngst die Zahl der Ukrainer, die sich auf den Weg außer Landes machen.
Mit einem Vorlauf von etwa drei bis fünf Tage erfolgen die Zuweisungen der Flüchtlinge in die niedersächsischen Kommunen.
Kaum Wohnungen
„Ukrainische Flüchtlinge werden uns dabei in einer Gruppengröße von etwa 25 Personen zugewiesen“, sagt Snakker. Wohnungen stehen derzeit für diese Hilfesuchenden so gut wie keine mehr in Emden zur Verfügung. In diesem Sommer wurde die Lage erstmals dramatisch. Damals kam die Anweisung vom Land, dass zu den bis zum August bereits 600 aufgenommenen Ukrainern 350 weitere hinzukommen. Für die Emder kam diese Anweisung zur Unzeit, fehlten doch im Sommer bereits Wohnungen für Flüchtlinge. Dies führt zu einer extremen Verknappung an günstigem Wohnraum. Dies wiederum ist gerade auch für Menschen mit geringem Einkommen ein zunehmend großes Problem, auch in Emden.
Die Verwaltung stelle das vor arge Probleme. Verschiedene Szenarien wurden im Vorfeld der erhöhten Zuweisungen durchgespielt. Auch eine Unterbringung in der Turnhalle bei den Berufsbildenden Schulen war überlegt worden. Doch letztendlich fiel die Wahl auf die Nordseehalle. Sie wurde im August und September für Geflüchtete hergerichtet. Auch in der ehemaligen Barenburgschule sind noch Flüchtlinge untergebracht. Dort wurden bereits vor dem Ukrainekrieg Flüchtlinge empfangen. Sie dient als eine Art erste Anlaufstelle für Geflüchtete, die in Emden ankommen.
