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„Friesland“-Krimi in Rysum Drehteam vom ZDF sorgt mit falschen Polizisten und Bestattern für Aufsehen

Großes Aufgebot: Wenn Holger Stockhausen alias Wolfgang Habedank mit seinem Bestattungswagen rausfährt, verheißt das selten etwas Gutes.

Großes Aufgebot: Wenn Holger Stockhausen alias Wolfgang Habedank mit seinem Bestattungswagen rausfährt, verheißt das selten etwas Gutes.

privat

Rysum - Da war die Überraschung groß, als am vergangenen Wochenende die Polizei den Krummhörner Ort Rysum besuchten. Im Schlepptau: das Bestattungsunternehmen Habedank. Und ein ganzes Drehteam vom ZDF. Denn der Einsatz war gar keiner, die Polizisten Henk Cassens und Süher Özlügül (gespielt von Maxim Mehmet und Sophie Dal) nicht wirklich im Einsatz und Bestatter Wolfgang Habedank (Holger Stockhaus) hatte weder einen Hasch-Keks gegessen, noch musste er eine echte Leiche abholen.

Dennoch: Die Überraschung einiger Rysumer war groß, als das bekannte Filmteam der „Friesland“-Krimis auf einmal in Rysum auftauchte und dort unter anderem Mühle und Friedhof ansteuerten. Informierter war Ekehard Jaspers von der Interessengemeinschaft Rysum. Denn mit ihm hatte das Filmteam schon vor Wochen korrespondiert, um Rysum als potenziellen Drehort in Augenschein zu nehmen, erzählt Jaspers im Gespräch mit dieser Redaktion.

Der Rysumer, der selber gar keine Krimis im TV schaut und Brocki, Scherzinger und Co. vorher gar nicht kannte, drehte für das Filmteam nicht nur die Mühlenkappe so, dass alle vier Flügel im Fernsehen zu sehen sein werden, sondern stellte auch seinen Hausflur zur Verfügung. Mehr als zehnmal ging anschließend die Tür auf, ein kurzes Gespräch folgte und die Tür flog wieder zu. „Da muss man dann ja mucksmäuschenstill sein und darf auch nicht neugierig um die Ecke linsen, was passiert“, erzählt Jaspers.

Plausch mit Darstellern

Ein Polizeiauto und ein Bestattungswagen: Kein alltäglicher Anblick in den engen Straßen Rysums. Bild: privat

Ein Polizeiauto und ein Bestattungswagen: Kein alltäglicher Anblick in den engen Straßen Rysums. Bild: privat

Das Zuschlagen der Tür jedenfalls erweckte Aufsehen. Auch bei Gina Sossna-Wunder, die ihren Garten für weitere Dreharbeiten zur Verfügung stellte. Den ganzen Tag habe das Prozedere gedauert, „aber sehr viel Spaß gemacht“. Sossna-Wunder, die selber Krimi-Fan ist und die Friesland-Krimis bis dato im TV verfolgt hat, nutzte die Gelegenheit für einen kurzen Plausch mit den Schauspielern. Den beiden Darstellern der Polizisten, Maxim Mehmet und Sophie Dal, sei sie quasi „direkt in den Arm gelaufen“. Sie seien jedenfalls in Natura sehr nett und gesprächig gewesen, findet die Rysumerin. Dafür habe sie auch gern ihre Gartenarbeit unterbrochen.

Es ist nicht das erste Mal, dass das ZDF-Team für einen Friesland-Dreh die Grenzen des Landkreises Leer verlässt. Der Greetsieler Yachthafen ist häufiger zu sehen, auch die Knock war schon Ort des Geschehens. Und selbst der Pilsumer Leuchtturm kam in der Serie bereits zu einem TV-Auftritt. Dort allerdings nicht in seinen Funktionen als Leuchtturm, Standeszimmer oder touristische Sehenswürdigkeit, sondern als Eigenheim eines verschrobenen Verdächtigen.

Thema: Tourismus

In Rysum wurde für die Episode Landfluchten gedreht, die 2023 ausgestrahlt werden soll. Sie behandelt – passend zum Krummhörner Drehort –, mögliche Folgen einer übermäßigen touristischen Entwicklung. Bei Jaspers Haus sei es jedenfalls um die Frage gegangen, ob das Haus zu verkaufen sei. Mutmaßlich, um dort Ferienwohnungen unterzubringen. Dagegen wehrt sich in der Serie eine Bürgerinitiative. Deren Vorsitzender bezahlt für seinen Widerstand mit dem Leben.

Ein aktuelles und durchaus heikles Thema für die Krummhörn, wo immer wieder neu die Grenzen der touristischen Entwicklung verhandelt werden.

Peter Saathoff
Peter Saathoff Emder Zeitung
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