Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Zu wenig Personal Der Emder Rettungsdienst wird selbst zum Notfall

Emdens Rettungsdiensten fehlt Fachpersonal.

Emdens Rettungsdiensten fehlt Fachpersonal.

dpa

Emden - Rettungswagen sind zeitweise nicht mehr einsatzbereit, die Besatzung der Einsatzfahrzeuge entspricht nicht immer den gesetzlichen Vorgaben. Und der Landkreis Aurich schickt seinen Rettungswagen aus Pewsum nach Emden, um die überforderten Emder Kollegen zu unterstützen. So beschreibt ein Rettungsdienst-Insider gegenüber dieser Redaktion die aktuelle Lage im Emder Rettungsdienst, ausgelöst durch massiven Personalmangel. Seine Prognose: „Es wird noch schlimmer.“ Recherchen bestätigen diese Einschätzung. Der Rettungsdienst ist selbst zum Notfall geworden.

Erhebliche Probleme

Die Stadt Emden räumt in einer umfangreichen Stellungnahme erhebliche Probleme ein, kommt in einer Bewertung der Folgen aber zu einem weniger drastischen Ergebnis als der Retter, der sich gegenüber der Redaktion im Gespräch ausführlich äußerte. Derzeit werden in Emden alle gesetzlichen Vorgaben für den Rettungsdienst eingehalten, so das Fazit der Stadtverwaltung. Die Reaktion der Stadt basiert auch auf Angaben der Geschäftsführer der Rettungsdienste DRK/Stadt Emden und RKsH. Diese beiden Unternehmen leisten den Rettungsdienst in Emden im Wesentlichen. Träger des Rettungsdienstes ist die Stadt Emden.

Vonseiten der Stadt heißt es beispielsweise zu der Abmeldung von Rettungswagen – also der Meldung an die Leitstelle, dass das Fahrzeug vorübergehend nicht eingesetzt werden kann: „Der Rettungsdienst DRK/Stadt Emden GbR musste im 1. Halbjahr dieses Jahres insgesamt 9.282 Stunden an Rettungsdienstleistungen erbringen. In diesem Zeitraum waren Rettungswagen und Krankentransportwagen für insgesamt 69 Stunden nicht besetzt. Das entspricht einer Ausfallquote von lediglich 0,74 Prozent. Wenn dabei ein Rettungsmittel nicht besetzt werden kann, weil z. B. ein Besatzungsmitglied kurzfristig erkrankt und keine Ersatzkraft zur Verfügung steht, dann wird dieses Rettungsmittel auch nicht ,tageweise’ abgemeldet, sondern nur für die entsprechende Schicht.“ Es wird aber auch eingeräumt: „Die Personallage des Rettungsdienstes DRK/Stadt Emden GbR ist eng.“

Noch schlechter sehe es in Sachen Personal beim Rettungsdienst RKsH aus, heißt es in der Stellungnahme weiter: „Der RKSH hat eine schwierige Personallage. Im Juni ist ein Fahrzeug für eine 12-Stunden-Schicht kurzfristig ausgefallen. Bis auf diese Schicht wurden die Fahrzeuge seit 1985 durchgängig besetzt. Sollte deren Personallage allerdings weiter so schlecht bleiben oder sich gar noch verschlechtern, sind künftig Fahrzeugausfälle nicht auszuschließen.“

Keine schnelle Lösung

Ein schnelle Lösung des Problems ist nicht in Sicht, denn Mitarbeiter mit den erforderlichen Qualifikationen sind kaum zu bekommen. Deutschlandweit fehlen Schätzungen zufolge schon jetzt rund 20.000 Notfallsanitäter. Ein solcher zählt zwingend zur Besatzung eines Rettungswagens (RTW). Übergangsweise darf bis Ende dieses Jahres anstelle des Notfallsanitäters ein Rettungsassistent eingesetzt werden. Die Stadt Emden dazu: „Wie in allen Wirtschaftszweigen besteht auch im Rettungsdienst ein Mangel an Fachpersonal. Beide Dienste verfügen über ein Team engagierter und hoch qualifizierter Mitarbeiter. Diesen Mitarbeitern ist es zu verdanken, dass trotz der angespannten Lage es kaum zu Ausfällen gekommen ist.“

Die Tatsache, dass Emden wegen eines – aus verschiedenen Gründen – steigenden Bedarfs zusätzliche Fahrzeuge für den Rettungsdienst benötigen wird (diese Redaktion berichtete), wird den Bedarf an Fachpersonal in Zukunft weiter erhöhen.

Alf Hitschke
Alf Hitschke Emder Zeitung
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Diese etwa 500 Jahre alte Waldeibe im Klosterpark in Schortens ist jetzt Nationalerbe-Baum.

NATIONALERBE-BAUM Waldeibe in Schortens ist die schönste in ganz Deutschland

Rieke Steinborn
Schortens
Täglicher EM-Podcast
Joshua Kimmich (von links), Niclas Füllkrug, Jamal Musiala und Ilkay Gündogan bejubeln den Treffer zum zwischenzeitlichen 4:0 durch den ehemaligen Bremer Füllkrug.

PODCAST MIT GAST-EXPERTE MARKUS BABBEL Magic Musiala, Füllkrug als König von Europa – und zwei kleine Makel

Lars Blancke Julian Reusch
Oldenburg
Interview
Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP

FINANZMINISTER CHRISTIAN LINDNER „Unser Land braucht einen neuen Agenda-Moment“

Jan Drebes Birgit Marschall
Schulter an Schulter als Gegner im Marschwegstadion: Nico Mai (rechts) geht im Trikot von Holstein Kiel II gegen Marc Schröder vom VfB Oldenburg in den Zweikampf.

SO LAUFEN PERSONALPLANUNGEN Was der vierte Zugang für den Kader des VfB Oldenburg bedeutet

Lars Blancke
Oldenburg
Wills Woche

AFD, BSW UND DIE WAHLEN Warum Ossis Parlamente und Politik aufmischen

Alexander Will