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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Kalte Duschen in Oldenburg: Sportler kritisieren Sparmaßnahmen der Stadt

20.08.2022

Oldenburg Seit dem 11. Juli kann in städtischen Sportstätten nicht mehr warm geduscht werden. Um angesichts des drohenden Gas-Engpasses im Winter die Verbräuche zu verringern, hatte die Stadtverwaltung die Warmwasseraufbereitung in den Sportstätten abschalten lassen. Wie die Verwaltung in dieser Woche mitteilte, habe das bereits seine Wirkung gezeigt. So seien die Gasverbrauchsmengen von zehn städtischen Sporthallen dokumentiert und verglichen worden. Innerhalb von zwei Wochen war der Gesamtverbrauch demnach merklich gesunken.

Geringere Nutzung

Mehrere Oldenburger Vereine berichten jedoch davon, dass viele Sportlerinnen und Sportler die kalten Duschen gar nicht nutzen würden und zum Duschen stattdessen lieber nach Hause fahren. „Während einige Sportler gerne kalt duschen, beobachte ich insgesamt eine Verlagerung“, sagt Mark Brockmann, 2. Vorsitzender des FC Ohmstede. Vor allem, wenn auch in den Herbst- und Wintermonaten kalt geduscht werden müsse, fürchte er ein höheres Erkältungsrisiko für diejenigen, die verschwitzt nach Hause fahren, um sich zu duschen.

Wasserverbrauch

Die Stadt hat den Gasverbrauch von zehn städtischen Sportstätten verglichen und dabei festgestellt, dass der Gesamtverbrauch im Monat Juli 2022 gegenüber dem Vormonat um 34 Prozent (10 000 Kilowattstunden) gesenkt werden konnte. Die Höhe der Wasserverbräuche lasse sich im Gegensatz dazu nicht so einfach berechnen, wie Stadtsprecher Stephan Onnen sagt.

Von den zehn verglichenen Sportstätten würden sich nur fünf für einen Wassermengenvergleich eignen, da „nur bei diesen Objekten ein separater Wasserverbrauch zu ermitteln ist, der nur auf das Konto der Sporthalle geht“. Bei den anderen fünf Sportstätten seien die Verbrauchswerte von Schulen und Hausmeisterwohnungen beeinflusst. Hinzu komme, dass in einer der fünf Hallen im Juli 2019 keine Ablesung stattgefunden habe.

Die Daten: An der Rennplatzstraße 182 wurde im Juni 2022 ein Wasserverbrauch von 18 Kubikmetern gemessen, im Juli waren es nur noch 12. Als Vergleich gibt die Stadt Zahlen aus 2019 an. Demnach wurden im Juni 2019 an der Rennplatzstraße 47 Kubikmeter verbraucht und im Juli 20 Kubikmeter. An der Sophie-Schütte-Straße 10 wurden im Juni 2022 8 und im Juli 10 Kubikmeter Wasser verbraucht (2019: 17, 10). An der Feststraße 10 waren es im Juni 45 und im Juli 41 Kubikmeter (2019: 28, 12) und an der Ernst-Löwenstein-Straße 54 wurden im Juni 3 und im Juli 2 Kubikmeter Wasser verbraucht (2019: 11, 2).

Die Stadt stellt fest, dass die Wasserverbräuche 2019 von Juni auf Juli deutlich stärker zurückgingen, als in diesem Jahr. „Dass kalte Duschen eine Rolle spielen, ist nicht ablesbar“, so Onnen.

Im Gegensatz zum FC Ohmstede, der ausschließlich auf städtischen Sportplätzen trainiert, hat der SV Eintracht Oldenburg seine eigene Sportanlage am Hellmskamp, auf dem Fußball gespielt wird. „Wir haben für uns beschlossen, das warme Wasser laufen zu lassen und die Temperaturen lediglich etwas zu senken. Als Verein sind wir in der Verantwortung und es wäre nicht fair, unsere Sportler kalt duschen zu lassen“, erklärt Rainer Hilgenberg, 1. Vorsitzender des SV Eintracht. Andere Abteilungen des Vereins nutzen jedoch auch städtische Sportstätten und seien von den Sparmaßnahmen der Stadt betroffen. „Nach den Ferien müssen wir sehen, wie wir uns dazu positionieren“, so Hilgenberg. Übrigens trainiert auch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann regelmäßig bei der Fußballabteilung des SV Eintracht.

Furcht vor Kündigungen

Stephanie Stöcker, Sportkoordinatorin beim GVO, fragt sich, ob lauwarmes Wasser nicht gereicht hätte. Sie habe bereits die Erfahrung gemacht, dass die Wassertemperatur in einigen Sporthallen „viel zu heiß“ eingestellt gewesen sei und spricht sich daher für eine Absenkung der Temperatur statt einer Abschaltung des warmen Wassers aus. Stöcker könne sich vorstellen, dass sich einige Vereinsmitglieder von kalten Duschen abschrecken lassen „und dann nicht mehr so gerne zum Sport gehen“. Das könne zu Kündigungen der Vereinsmitgliedschaft führen, so die Sportkoordinatorin.

Ganz ähnlich sieht es Dieter Cramer, der seit vielen Jahren als Tischtennis-Sportler in Oldenburg aktiv ist. Auch er befürchtet einen Mitgliederrückgang, „was sicherlich auch nicht das Anliegen des Stadtsportbundes sein kann“. Darüber hinaus gibt Cramer zu bedenken, dass die kalten Duschen dazu führen könnten, dass mehr Sportler mit dem Auto statt dem Fahrrad zum Training fahren. „Viele Sportler würden nach dem Sport wohl lieber verschwitzt mit dem Auto als mit dem Rad nach Hause fahren und das wäre auch keine schöne Entwicklung“, sagt der Oldenburger. Das Einsparvorhaben der Stadt führe zu einem „Abwälzen auf die Sportler“.

Chelsy Haß Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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