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Besondere Sportereignisse mit Amisia Wolthusen: In der Mannschaft passte einfach alles zusammen

14.06.2021

Emden Eigentlich waren alle seine Fußballjahre, die Wilfried Duitsmann erlebte, irgendwie „toll“, wie er selbst sagt. Aber an zwei ganz besondere Jahre denkt er gerne zurück. Und in Gesprächen mit ehemaligen Mitspielern sind es diese zwei Jahre, die immer wieder hochkommen.

Es war Mitte der 80er–Jahre, da war die 1. Herren von Amisia Wolthusen, wie der Verein damals noch hieß, eine eingeschworene Clique. Nicht nur auf dem Spielfeld hielten die Jungs zusammen. Die Kameradschaft war enorm. So gab es auch privat manche Feier, die noch heute Gesprächsthema ist. „Wenn ich Klaus (Linkert) oder Frerich (Schröder) treffe, dann sind es oft diese Jahre, über die wir reden.“ So entstand auch die Idee, mit der Emder Zeitung einmal diese Zeit Revue passieren zu lassen.

Vereinsheft

Im Vereinsheft von Amisia Wolthusaen schrieb Herbert Janssen folgendes über das erfolgreiche Aufstiegsjahr: „Zunächst einmal ein herzliches Dankeschön an die Adresse des Vorstandes und die vielen Mitglieder, die im wesentlichen zum guten Gelingen der Meisterfeier beigetragen haben. Nach errungener Meisterschaft spielt unsere Mannschaft nunmehr in der Bezirksliga Nord, der bisher größte sportliche Erfolg in der Geschichte des Vereins. Spielerabgänge gab es nur einen (Karl-Heinz Groeneveld). Der bestehende Stamm wird durch Achim Patzelt sowie die Nachwuchsspieler Ralf Jakobs (Kickers), Jan Beninga (Kickers) und Stephan Zimmer aus der eigenen A-Jugend ergänzt. Eventuelle Neuverpflichtungen namhafter Spieler, verbunden mit finanziellen Aufwand, waren und sind auf Grund der Vereinskonstellation kein Thema, wir setzen - je nach Eignung - auf die Jugend. Motiviert durch den Erfolg der Meisterschaft und dem Anreiz der Bezirksliga mit Paarungen wie Amisia - Germania Leer glaube ich, dass unsere Mannschaft auch in dieser spielstarken Staffel bestehen kann. Ich persönlich wünsche mir für das neue Spieljahr eine noch größere-, sachliche- und fachlichere Unterstützung seitens des Publikums. Als Gegenleistung bieten wir Ihnen schönen Fußball mit vielen Toren. Mit sportlichem Gruß Ihr Herbert Janssen“.

Die Amisen spielten über Jahre immer in der Bezirksklasse oben mit („unter den ersten fünf“), nur der ganz große Wurf blieb ihnen verwehrt. „Natürlich wollten wir auch aufsteigen, aber obwohl wir eine gute Mannschaft hatten, hat es dazu nicht ganz gereicht.“ Und es gab ein schlechtes Jahr, da hielten die Amisen so gerade die Klasse. Duitsmann hatte den Verein bereits zur Halbserie schon verlassen, er fühlte sich nicht mehr so wohl.

Doch dann übernahm in Wolthusen Herbert Janssen die Geschicke der ersten Herren. „Und mit ihm kam wieder die Freude am Fußball in die Mannschaft zurück.“ Grund genug für Duitsmann, sich wieder den Amisen anzuschließen, vorher war er im Dienste vom TuS Rot-Weiß Emden tätig. „Und Walter Eiche schloß sich vom RSV Emden kommend auch den Amisen an.“ Das Gros der Truppe war schon lange zusammen.

Eine Woche vor dem Saisonbeginn gab der Trainer in seinem Garten eine Party. Er wollte seinen Mannen „mal“ auf den Zahn fühlen. „Er war menschlich echt ein total feiner Kerl“, sagt Duitsmann. Unaufgeregt, immer das Gespräch suchend mit seinen Spielern und eher ein Kamerad als Trainer. Aber, das sagt Duitsmann, Janssen wollte auch etwas erreichen.

Viele Dinge können sich die heutigen Spieler vielleicht so nicht mehr vorstellen, ist sich der heutige sportliche Leiter von Amisia Stern Wolthusen sicher. „Ein Beispiel nur: Herbert hat immer zu unserem Torwart Ralf Donovang gesagt, dass er wegen seines Schichtdienstes gerne auch Samstag zum Training kommen könne. Dann würde er mit ihm Einzeltraining machen.“ Und es gab die Einladung, dass, wer Lust hätte, dann auch kommen könnte. „Was soll ich sagen, samstags war die ganze Mannschaft da.“

Die umfasste zur damaligen Zeit allerdings nur 13, 14 Spieler. „Mit diesem Kader haben wir die Saison durchgespielt.“ Und sie machten auf einmal das Kunststück perfekt: Im ersten Jahr unter Trainer Janssen stiegen sie 1988 in die Bezirksliga (siehe Zeitungsausschnitt unten) auf - der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Doch auch ein Sprung, der viel Lehrgeld kostete. „Wir mussten auf einmal nach Abbehausen oder Nordenham, das war dort dann schon eine anderes Fußballspielen.“

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Duitsmann erinnert sich noch genau, dass sie kurz vor Ende der Saison unter der Woche ein Freundschaftsspiel gegen die Reserve des BSV Kickers hatten und mit 1:7 verloren. Am nächsten Tag bekam er auf der Arbeit die schockierende Nachricht von Klaus Linkert, dass der Trainer tot sei. „Ich habe es erst so verstanden, dass der Verein Herbert rausgeschmissen hat wegen unserer Niederlage und es überhaupt nicht begriffen.“

Der Schock in der Mannschaft saß tief. „Solche Situationen kannst Du Dir im voraus nicht ausmalen.“ In den letzten Spielen bis zum Saisonende funktionierte das Team nur noch. „Im letzten Spiel in Jever brauchten wir zum Klassenerhalt nur einen Punkt, ich habe als Libero jeden Ball nur noch weggeschlagen, wir haben also gemauert wie nichts und die Klasse gehalten.“ Gefreut über den Klassenerhalt haben sich alle still - in Gedenken an ihren Trainer, der auch heute immer wieder Thema ist, wenn Duitsmann beispielsweise Linkert, Schröder oder die anderen aus der damaligen Mannschaft trifft. „Er war einfach ein ganz feiner Kerl“, sagt Duitsmann noch einmal gedankenverloren in die Weite schauend.

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