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WeltBlutspendetag: Homosexualität als Stigma?

15.06.2021

Emden Schwule und bisexuelle Männer dürfen bisher nur Blut spenden, wenn sie vorher zwölf Monate enthaltsam waren. Eine Regelung, die Ärztin Cathrin Leuffert, Gesundheitsberaterin von Life-Point, nicht nachvollziehen kann.

„Die Erlaubnis, Blut zu spenden von der sexuellen Orientierung abhängig zu machen, ist meiner Meinung nach überholt.“ Die Orientierung sage nichts über das sexuelle Risikoverhalten aus und sei diskriminierend.

Bislang wird im Bundestag über ein Ende des Verbots debattiert. Die Bundesärztekammer in Zusammenarbeit mit dem Paul–Ehrlich-Institut (PEI) hält nach wie vor an dieser Regelung fest. Dort heißt es: Personen, deren Sexualverhalten ein gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten, wie HBV, HCV oder HIV, birgt, sind nach der 2017 veröffentlichten Richtlinie zwölf Monate von der Blutspende zurückzustellen.

Von dieser Regelung hält Leuffert aber nichts. Eine allgemeine Einschätzung des Risikoverhaltens sei dabei sinnvoller, sagt sie. „Denn eine heterosexuelle Person, die ungeschützten Verkehr mit wechselnden Partnern hat, ist logischerweise viel gefährdeter, sich und andere zu infizieren, als ein Mann, der in einer monogamen Beziehung mit einem andern Mann lebt.“ Deshalb ist fraglich, ob nur dieses Zeitfenster ausschlaggebend sein kann.

Das PEI hält die Regelung hingegen für notwendig. Auch angesichts sensitiver und spezifischer Testverfahren sei es weiterhin notwendig, Personen mit sexuellem Risikoverhalten nicht zur Blutspende zuzulassen, um die hohe Sicherheit der Empfänger in Deutschland zu gewährleisten, so Dr. Susanne Stöcker vom PEI.

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Vertretern des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des PEI, des Robert Koch-Institutes (RKI), des Arbeitskreises Blut (AK Blut) habe erneut die aktuelle medizinisch-wissenschaftliche und epidemiologische Datenlage bezüglich der Zulassungskriterien zur Blutspende bei Personen mit sexuellem Risikoverhalten gesichtet und bewertet. Dennoch schließt das PEI Änderungen bei der Überprüfung nicht aus.

Doch eins ist sicher: Das Zeitfenster von vier Monaten bleibt. „Denn auch, wenn alle Blutspenden getestet werden, so bleibt doch das so genannte diagnostische Fenster bestehen, in dem sehr frische Infektionen noch nicht nachweisbar sind – aber doch schon zu Übertragungen führen können“, so Stöcker weiter. Spätestens nach vier Monaten könne nach Auffassung der Arbeitsgruppe Infektionen wie beispielsweise HIV sicher ausgeschlossen werden. Dem schließt sich die Bundesärztekammer an.

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In Großbritannien sieht die Regelung zum Thema Blutspenden hingegen anders aus. England hatte kürzlich eine Gesetzesanpassung vorgenommen. Ab Sommer dieses Jahres soll nur noch ausschlaggebend sein, ob eine Person innerhalb von drei Monaten wechselnde Sexualpartner oder eine feste Beziehung hat, unabhängig vom Geschlecht oder der sexuellen Orientierung. „Das Konzept der Briten halte ich für besser als das unsrige“, so Leuffert.

Der Fokus sollte in Zukunft weiter auf Prävention, Aufklärung und Entstigmatisierung gelegt werden. „HIV- Tests und Tests auf weitere sexuell übertragbare Infektionen (Syphilis, Chlamydien, Hepatitis und Co.) könnten so vielleicht mehr an Akzeptanz gewinnen und würden vermehrt wahrgenommen“, sagt die Emder Ärztin. Dies sei im Moment für viele Menschen noch sehr schambehaftet und hindere sie daran, entsprechende Angebote wahrzunehmen.

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