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NWZ-Kolumne von Rolf Fuhrmann zur EM: Brauchen wir das – oder kann das weg?

11.06.2021

Oldenburg Bin ich der Einzige, für den sich das, was da stattfindet, irgendwie anfühlt wie ein Turnier aus fernen Zeiten? Oder sind da draußen in der Welt Fans, die ähnlich illusionslos den Spielen in elf europäischen Städten entgegensehen?

Von Fiebern wird ja wohl keiner ernsthaft sprechen wollen. Auch wenn ein paar tausend Zuschauer in den jeweiligen Stadien anwesend sein werden – was soll dabei rauskommen? Atmosphäre, Leidenschaft oder Emotionen? Auch Bratwurst und Bier werden – falls erlaubt – das Feuer nicht entfachen können.

Rolf Fuhrmann, TV-Journalist aus Aurich und langjähriger Kult-Reporter beim Bezahlsender Sky, bezieht für diese Zeitung regelmäßig Stellung zu aktuellen Themen des Fußballs.
Wer spielt eigentlich wann und wo und warum? Bis vor wenigen Tagen – und das ist in meiner Laufbahn einmalig – wusste selbst ich nichts über Gruppen, Spielpläne und Orte. Normalerweise Asche auf mein Haupt. Aber nach zig Monaten der Pandemie und damit verbundener Lethargie, geisterhaften TV-Erlebnissen und irgendwelchem Testspielgekicke bin ich komplett in einem schwarzen Loch versackt. Geschreie von Trainern und Ersatzspielern am Rand ersetzen das emotionale Erlebnis auch nicht ansatzweise.

Ehrlicherweise hatte die Begeisterung für die Nationalmannschaft und den Fußball schon vor Corona bei vielen Fans stark nachgelassen. Was waren das für Zeiten, als wir jedes Länderspiel und jeden Wettbewerb feierten. Insbesondere natürlich Welt- und Europameisterschaften.

2006, es war und bleibt trotz aller Mauscheleien und Bestechungsvorwürfen ein Sommermärchen – und auch ich habe es genossen. Live bei 18 Spielen am Spielfeldrand. Unvergesslich. Aber danach? „Die Mannschaft“ wurde nach dem WM-Titel aus der Taufe gehoben und als reines Marketingprodukt präsentiert und von den Fans auch genauso empfunden. Die großen Erfolge blieben zudem aus und die Fans größtenteils weg.

Vorrundenletzter bei der WM in Russland und bei den letzten Europameisterschaften 2012 und 2016 nicht ins Finale gekommen. Und jetzt? 2020 wegen der Pandemie ausgefallen und verlegt in diese kommenden Wochen mit dem Gefühl, dass die Uefa dieses Turnier, koste es was es wolle, unbedingt durchsetzen wollte. Nicht die möglichen Gefahren zählten, sondern die Fernsehgelder. Auch diverse Coronafälle zuletzt können die Verantwortlichen nicht bewegen, neu nachzudenken.

Ich war zwar beim Sommermärchen live dabei, bei einer EM aber noch nicht. 2012 habe ich das Turnier noch in einem Club in der Türkei moderiert. Public Viewing und Show rund um die Spiele vor allem der deutschen Mannschaft. Da hatte ich irgendwie die Hoffnung, dass sich die Begeisterung hält und über die Jahre trägt. 2014 ja klar: Weltmeister! Aber danach?

Ich will aber gar nicht weiter lamentieren, zumal Deutschland in München nun rein den Namen nach in Frankreich und Portugal zwei starke und attraktive Gegner in der Gruppe hat. Und wir selbst haben auch eine starke Mannschaft. Ob es für das Finale reicht? Hilfreich wäre ein erfolgreiches Turnier allemal und für die Zukunft mit Hansi Flick die beste Startrampe. Ich weiß nicht, ob wir die Europameisterschaft wirklich brauchen, aber weg kann der Fußball nicht – noch nicht.

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